• Der US-Bankenverband ABA macht das Eindämmen von Stablecoin-Yield zu einer Top-Priorität für 2026 und will Zins, Yield und Rewards bei Payment-Stablecoins grundsätzlich untersagen.
  • Die Lobby warnt, Stablecoins könnten sonst Einlagen ersetzen und damit vor allem die Kreditvergabe kleinerer Banken unter Druck setzen.

Die US-Bankenlobby zieht eine klare rote Linie in der Stablecoin-Debatte. Die American Bankers Association (ABA) hat angekündigt, dass ein Vorgehen gegen Stablecoin-Yield zu ihren wichtigsten politischen Zielen für 2026 gehört.

Die Botschaft ist hart formuliert: Payment-Stablecoins sollen keine Einlagen ersetzen. Und das funktioniere aus Sicht der ABA nur, wenn Zinsen, Yield oder Rewards untersagt werden, unabhängig davon, auf welcher Plattform sie angeboten werden.

ABA will Zins und Rewards verbieten, um „Deposit Substitutes“ zu verhindern

In ihrem Prioritätenkatalog sagt die ABA, man müsse verhindern, dass Payment-Stablecoins zu „deposit substitutes“ werden. Das ist ein strategischer Begriff.

Stablecoins sind technisch Token, ökonomisch können sie aber wie Sichtguthaben wirken, besonders wenn sie in Wallets liegen, jederzeit transferierbar sind und sogar Rendite liefern. Genau diese Rendite ist aus Bankensicht der gefährliche Teil.

Wenn ein Dollar-Token im Alltag nutzbar ist und gleichzeitig Yield zahlt, entsteht für viele Nutzer ein rationaler Grund, Geld aus dem Bankkonto zu ziehen.

Die ABA koppelt das direkt an die Kreditvergabe. Gerade Community Banks seien auf Einlagen angewiesen, um Kredite zu vergeben.

Wenn Einlagen abwandern, schrumpft die Basis für Lending, oder die Refinanzierung wird teurer. Das ist der klassische Bankenmechanismus, nur diesmal mit Stablecoins als Konkurrenzprodukt.

Warum die Stablecoin-Debatte 2026 härter wird

Der Vorstoß passt in eine größere Verschiebung. Stablecoins werden in Washington nicht mehr nur als Krypto-Thema behandelt, sondern als Zahlungsinfrastruktur.

Damit landen sie automatisch im Kernbereich der Banken, und dort wird es schnell politisch. Ein Yield-Verbot ist aus der ABA-Perspektive der einfachste Weg, Stablecoins auf „Payment“ zu begrenzen, ohne dass sie in Richtung Einlagenprodukt wachsen.

Für Krypto-Unternehmen ist das genau der Streitpunkt. Rewards und Yield sind oft das Mittel, um Adoption anzuschieben, gerade im Wettbewerb mit Kartenprogrammen, Cashback und Fintech-Apps.

Wenn diese Werkzeuge verboten werden, verlagert sich Innovation entweder in den Schatten oder in andere Jurisdiktionen. Oder sie wird stärker bankzentriert, über regulierte Partner und bestehende Bilanzstrukturen.

2026 dürfte damit weniger ein Jahr der Stablecoin-Launches werden, sondern eines der Stablecoin-Regeln. Die ABA hat ihre Position schon gesetzt. Jetzt muss Washington entscheiden, ob Stablecoins als Zahlungsrail in die Banklogik eingepasst werden, oder ob man ihnen mehr Spielraum lässt und die Folgen im Einlagensystem anders abfedert.