- World Liberty Financial, ein Trump-nahes Krypto-Unternehmen, steht wegen eines angeblichen 500-Millionen-Dollar-Investments aus Abu Dhabi im Fokus einer Untersuchung im US-Repräsentantenhaus.
- Der demokratische Abgeordnete Ro Khanna fordert Aufklärung und spricht von Fragen des öffentlichen Vertrauens und der Transparenz rund um den Deal.
Das Krypto-Projekt World Liberty Financial, kurz WLFI, rückt in Washington in den Mittelpunkt einer neuen politischen Auseinandersetzung. Das Unternehmen, das eng mit der Familie von Donald Trump verbunden ist, soll einen rund 500 Millionen US-Dollar schweren Einstieg eines Investors erhalten haben, der einem Mitglied der Herrscherfamilie in Abu Dhabi zugerechnet wird.
Für die Demokraten im Repräsentantenhaus ist das mehr als nur ein weiterer Krypto-Deal. Es geht um die Frage, welche Rolle ausländisches Kapital in einem Unternehmen spielt, das politisch exponierten Personen nahe steht, und ob daraus Interessenkonflikte oder sogar Risiken für die nationale Sicherheit erwachsen könnten.
Ro Khanna startet Untersuchung zu Transparenz und Struktur des Deals
Der demokratische Abgeordnete Ro Khanna aus Kalifornien hat deshalb eine formelle Untersuchung angekündigt. Auf X sprach er von einer Prüfung des Investments in WLFI und verknüpfte den Schritt explizit mit den Themen „öffentliches Vertrauen“ und Transparenz. Nach Medienberichten fordert Khanna in Schreiben an das Unternehmen detaillierte Auskünfte zu Eigentümerstruktur, Zahlungsflüssen und Vertragsbedingungen des Deals.
Konkret wollen Kongressermittler nachvollziehen, wer die Transaktion genehmigt hat, wie der 500-Millionen-Betrag strukturiert wurde und welche Gegenleistungen dem gegenüberstanden. Auch die Rolle des Investors aus den Vereinigten Arabischen Emiraten steht im Fokus, inklusive möglicher Überschneidungen mit anderen wirtschafts- oder sicherheitspolitischen Entscheidungen der US-Regierung.
Krypto, Politik und Auslandsinvestoren als empfindliche Mischung
Der Fall WLFI verstärkt eine ohnehin laute Debatte an der Schnittstelle von Krypto-Branche und Politik. Auf der einen Seite steht ein privates Krypto-Venture mit Stablecoin-Ambitionen, auf der anderen Seite ein früherer Präsident mit weiterhin enormem politischem Gewicht und ein ausländischer Investor aus einem sicherheitspolitisch sensiblen Umfeld.
Khannas Untersuchung zwingt das Projekt nun dazu, interne Strukturen offenzulegen, die bisher nur bruchstückhaft bekannt waren. Wie weit der Ausschuss gehen wird und ob die Justiz ebenfalls aktiv wird, ist offen. Klar ist jedoch, dass jedes neue Detail über WLFI nicht nur in Krypto-Kreisen, sondern auch im politischen Betrieb genau gelesen werden dürfte.







