• Senatorin Cynthia Lummis ruft traditionelle Banken dazu auf, Stablecoins zu „umarmen“ und als zusätzliches Produkt für ihre Kunden zu entwickeln.
  • Der Vorstoß kommt, während das zentrale Krypto-Marktstrukturgesetz im Senat feststeckt und Banken vor möglichen Einlagenabflüssen durch Stablecoins warnen.

Die republikanische Senatorin Cynthia Lummis aus Wyoming erhöht den Druck auf die US-Banken, ihre Abwehrhaltung gegenüber Stablecoins zu überdenken.

In einem TV-Interview erklärte sie, sie wolle die Institute Stablecoins nicht als Bedrohung, sondern als Möglichkeit sehen lassen. Aus ihrer Sicht könnten Banken mit eigenen oder verwahrten Stablecoins „ein völlig neues Finanzprodukt“ in ihr Angebot aufnehmen und damit an einem wachsenden Segment des Zahlungs- und Wertaufbewahrungsmarktes teilhaben.

Lummis positioniert sich damit klar gegen einen Teil der Banken- und Kreditwirtschaft, die in Washington vor den Folgen eines breiten Stablecoin-Einsatzes warnt. Während große Häuser vor allem auf regulatorische Unsicherheiten verweisen, sehen kleinere Regional- und Community-Banken ihre Geschäftsgrundlage in Gefahr, wenn verzinste oder flexible Stablecoin-Modelle Einlagen aus klassischen Konten abziehen.

CLARITY-Act festgefahren, Stablecoins bleiben Streitpunkt

Der Vorstoß der Senatorin fällt in eine Phase, in der die Verhandlungen über das zentrale Krypto-Marktstrukturgesetz, den sogenannten CLARITY Act, ins Stocken geraten sind. Das Gesetz soll eigentlich definieren, wie digitale Assets, Börsen und Stablecoins künftig reguliert werden. Doch gerade bei der Frage, welche Rolle Banken im Stablecoin-Ökosystem spielen sollen, liegen die Positionen weit auseinander.

Banken- und Kreditverbände warnen, dass attraktive Stablecoin-Angebote mit Zinskomponente zu einem massiven Abzug von Einlagen führen könnten. Besonders kleinere Institute, die stark von stabilen Kundeneinlagen für lokale Kredite abhängen, sehen darin ein Risiko für die Kreditvergabe in ihren Regionen.

Lummis hält dagegen, dass genau diese Banken sich rechtzeitig mit eigenen Produkten positionieren sollten, bevor Technologieanbieter und Krypto-Unternehmen den Markt besetzen. Stablecoins seien für sie weniger ein Fremdkörper als eine Weiterentwicklung des bestehenden Giralgeldsystems – vorausgesetzt, die Institute wagten den Schritt und akzeptierten, dass digitale Assets nicht wieder verschwinden werden.