• Ein Teil der US-Spot-Bitcoin-ETF-Anleger liegt laut Daten aktuell mit rund 8 bis 9 Prozent im Buchverlust.
  • Der durchschnittliche Einstieg über ETFs soll bei etwa 84.100 Dollar je Bitcoin liegen, während der Kurs zuletzt nahe 79.000 Dollar notierte.

Bei den US-Spot-Bitcoin-ETFs kippt die Stimmung nicht spektakulär, sondern schleichend, wie so oft bei Flows. Daten deuten darauf hin, dass ein Teil der ETF-Investoren derzeit auf Papierverlusten sitzt. Der durchschnittliche Einstieg der ETF-basierten Käufer wird bei rund 84.100 Dollar pro Bitcoin verortet. Bei Kursen um 79.000 Dollar entspricht das einem nicht realisierten Minus von grob 8 bis 9 Prozent.

Das klingt nach wenig, ist aber für ein Produkt, das vielen als „bequemer Bitcoin-Zugang“ gilt, psychologisch relevant. ETFs ziehen auch Anleger an, die weniger volatilitätsresistent sind als das Onchain-Publikum. Und bei ihnen entscheidet oft nicht der langfristige Narrativkampf, sondern der Depotblick am Montagmorgen.

Zuflüsse lassen nach, Liquidität wird enger

Als Haupttreiber der Schwäche gilt ein Mix aus nachlassenden ETF-Zuflüssen, engerer Marktliquidität und einer abkühlenden Makro-Story. Der ETF-Trade lebt davon, dass frisches Kapital konstant nachschiebt. Wenn das ausbleibt, wird der Kurs anfälliger für Rücksetzer, besonders in Phasen, in denen Derivatepositionen abgebaut werden oder Market Maker defensiver quotieren.

Dazu kommt ein Punkt, der in den vergangenen Monaten öfter zu hören war. Bitcoin als makroökonomischer Hedge hat an Strahlkraft verloren, zumindest kurzfristig. Wenn Gold oder klassische Risikoassets den Hedge-Job gefühlt besser machen, wird Bitcoin im Portfolio schneller wieder zur taktischen Position statt zum Kernbaustein.

Diese Buchverluste sind kein Stresssignal wie bei einem Leverage-Crash. Aber sie sind ein Hinweis darauf, dass der ETF-Markt nicht automatisch „nur nach oben“ liefert. Wer nahe am Durchschnittseinstieg sitzt, reagiert sensibler auf weitere Rückgänge. Und genau das kann Flows in beide Richtungen beschleunigen, je nachdem, ob neue Käufer wieder einsteigen oder bestehende Anleger genervt aussteigen.