- Visa arbeitet mit BVNK zusammen, um Stablecoin-Auszahlungen über Visa Direct abzuwickeln und damit tokenisierte Dollars stärker in die Auszahlungslogik einzubetten.
- Der Schritt baut auf Visas bisherigen USDC-Settlement-Tests auf und folgt auf eine Beteiligung von Visa Ventures an BVNK im Mai 2025.
Visa schiebt Stablecoins aus dem Experimentiermodus näher an die Zahlungsroutine. Der Kartenriese hat eine Partnerschaft mit BVNK angekündigt, um Stablecoin-Auszahlungen über Visa Direct zu ermöglichen. Visa Direct ist Visas Push-Payment-Schiene, also die Infrastruktur für schnelle Auszahlungen und Transfers, die oft im Hintergrund läuft, wenn Plattformen Geld an Nutzer schicken.
Von USDC-Tests zu operativer Auszahlungsschiene
Die Kooperation baut auf früheren Stablecoin-Versuchen von Visa auf, darunter Onchain-Settlement-Tests mit USDC auf Netzwerken wie Ethereum und Solana. Diese Tests waren bislang vor allem ein Machbarkeitsbeweis: Kann eine große Zahlungsmarke stablecoinbasiert abrechnen, ohne das eigene Risikoprofil zu sprengen. Mit BVNK wirkt der Schritt deutlich praktischer. Es geht nicht mehr nur um Settlement zwischen Institutionen, sondern um Payouts, also um die Frage, wie Geld beim Empfänger ankommt.
Für Unternehmen ist das ein sensibles Feld. Auszahlungen sind teuer, anfällig für Reibung und grenzüberschreitend oft langsam. Stablecoins versprechen genau dort Vorteile, 24/7-Verfügbarkeit und Settlement in Minuten. Der Haken ist bekannt: Compliance, On-/Offramps, und die Frage, wie man tokenisierte Dollars sauber in bestehende Treasury-Prozesse integriert.
Visa Ventures hat BVNK bereits 2025 unterstützt
Dass Visa BVNK nicht nur als Partner, sondern bereits als Portfolio-Unternehmen kennt, ist Teil der Logik. Visa Ventures hatte im Mai 2025 in BVNK investiert. Der neue Schritt passt zu einem Rennen, das gerade mehrere Kartenschemes und Zahlungsnetzwerke fahren: Tokenisierte Dollars sollen nicht neben der Infrastruktur laufen, sondern in sie hinein. Wer Stablecoins nur „zulässt“, verliert die Marge an neue Rails. Wer sie integriert, kann die Kontrolle über die Auszahlungswege behalten.
Für BVNK ist es ein Distribution-Boost. Für Visa ist es ein Signal an den Markt, dass Stablecoins nicht nur als Krypto-Tool betrachtet werden, sondern als Baustein im globalen Payout-Geschäft. Entscheidend wird sein, wie breit die Lösung ausgerollt wird, für welche Jurisdiktionen, welche Stablecoins und welche Kundensegmente. In Payments entscheidet am Ende nicht der Pressetext, sondern die Integration in die tägliche Abwicklung. Visa scheint genau dort hin zu wollen.






