• Vitalik Buterin fordert „bessere dezentrale Stablecoins“ auf Ethereum, wenn das Netzwerk Menschen wirklich unabhängiger vom traditionellen Finanzsystem machen soll.
  • Er sagt, dezentrale Stablecoins müssten drei zentrale Probleme lösen, ohne sie in dem Post im Detail auszubreiten.

Vitalik Buterin hat wieder einmal das unbequeme Thema angesprochen, das in Krypto oft unter „ist doch schon gelöst“ abgeheftet wird.

Ethereum brauche bessere dezentrale Stablecoins, schrieb er am Sonntag auf X. Wenn Ethereum wirklich dazu beitragen soll, Menschen unabhängiger vom traditionellen Finanzsystem zu machen, sei die Stablecoin-Schicht dafür entscheidend.

Stablecoins als Herzstück, nicht als Nebenprodukt

Buterin reagierte damit auf einen Beitrag von Gabriel Shapiro, einem Juristen bei Delphi Labs, der Ethereum als Projekt beschreibt, das „power“ zugunsten souveräner Individuen verschiebt. Buterin stimmt dem Impuls offenbar zu, setzt aber einen Haken: Ohne robuste, dezentrale Stablecoins bleibt das Versprechen dünn.

Das ist eine nüchterne Beobachtung. In der Praxis laufen viele Alltagsanwendungen im Web3 nicht über ETH, sondern über Dollar-ähnliche Token. Wer Miete zahlt, Gehalt kalkuliert oder einfach nicht jeden Tag mit Volatilität leben will, landet bei Stablecoins. Und genau dort dominiert bisher eine Realität, die eher nach TradFi aussieht: zentralisierte Emittenten, Reserve-Modelle, regulatorische Anbindung.

„Drei Probleme“: Buterin signalisiert offene Baustellen

Buterin sagte, dezentrale Stablecoins müssten drei Probleme adressieren, damit sie die Rolle übernehmen können, die viele ihnen zuschreiben. Er nannte in dem Post keine Liste, aber der Rahmen ist klar: Es geht um Stabilität unter Stress, um Risiken aus der Besicherung und um die Frage, ob ein Stablecoin wirklich zensurresistent und nutzbar bleibt, wenn es politisch oder marktseitig ungemütlich wird.

Die Diskussion trifft einen wunden Punkt im Ethereum-Ökosystem. DeFi braucht stabile Recheneinheiten, doch „dezentral“ und „stabil“ stehen technologisch oft in Spannung. Wer zu hart auf Overcollateralization setzt, bindet Kapital und macht das System teuer. Wer Renditen oder Real-World-Collateral einbaut, holt sich neue Abhängigkeiten ins Protokoll.

Buterins Post ist damit weniger Produktankündigung als Agenda-Setzung. Ethereum kann technische Skalierung liefern. Ob es auch eine stabile, glaubwürdig dezentrale Dollar-Schicht hinbekommt, ist eine andere Frage. Genau auf diese Frage lenkt er gerade wieder den Scheinwerfer.