• Vitalik Buterin will Engpässe bei kryptografischen Beweisen auf Ethereums Execution Layer vor allem über eine neue State-Tree-Struktur angehen.
  • Langfristig könnte neben dem Tree-Umbau auch eine schrittweise Abkehr von der EVM hin zu einer proof-freundlicheren VM wie RISC-V folgen.

Ethereum arbeitet an einem tieferen technischen Umbau, als es auf den ersten Blick klingt. Vitalik Buterin hat die nächsten Schritte für den Execution Layer umrissen, und der Schwerpunkt liegt klar auf zwei Baustellen. Der Statusbaum soll effizienter werden. Die virtuelle Maschine könnte sich auf lange Sicht ebenfalls verändern.

Ein neuer State Tree soll Merkle-Beweise entschlacken

Im Zentrum steht EIP-7864. Der Vorschlag sieht vor, die bisherige hexäre Merkle Patricia Tree-Struktur durch einen binären Baum zu ersetzen. Das wirkt erst einmal nach einer sehr internen Protokollfrage, ist für Ethereum aber ziemlich relevant, weil genau dort ein Teil der Proof-Effizienz ausgebremst wird.

Der technische Nutzen liegt in mehreren Punkten gleichzeitig. Kürzere Merkle-Branches würden Beweise kompakter machen, was wiederum Bandbreite spart und die Kosten für Proofs senken kann. Dazu kommt ein Wechsel auf eine effizientere Hash-Funktion. Auch der Zugriff auf gespeicherte Zustände soll dadurch sauberer und weniger aufwendig werden.

Für Nutzer ist das keine sichtbare Änderung im Alltag. Für Rollups, Verifizierungen und generell alle Systeme, die mit Zustandsnachweisen arbeiten, kann es jedoch spürbar werden. Genau dort sitzt der Flaschenhals.

RISC-V taucht als langfristige Alternative zur EVM auf

Noch weiter reicht Buterins Blick bei der Virtual Machine. Langfristig hält er eine stärker proof-freundliche VM, etwa auf Basis von RISC-V, für einen möglichen Nachfolger der heutigen Ethereum Virtual Machine. Das wäre allerdings kein harter Bruch.

Der Übergang soll schrittweise verlaufen. Zunächst könnten Precompiles auf das neue Modell ausgerichtet werden. Danach würde die Bereitstellung neuer Contracts folgen. In einem späteren Stadium könnte die EVM selbst nur noch als Kompatibilitätsschicht weiterlaufen.

Wichtig ist dabei vor allem eines. Die Rückwärtskompatibilität soll erhalten bleiben. Nach Buterins Vorstellung wären dafür im Kern nur Anpassungen bei den Gas-Kosten nötig, nicht aber ein radikaler Schnitt für bestehende Anwendungen.