- Vitalik Buterin sieht KI als Werkzeug, um DAO-Entscheidungen effizienter und informierter zu machen.
- Er kritisiert Delegation als Standardlösung, weil sie Macht bei wenigen Delegierten bündelt und Unterstützer passiv macht.
Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin hat einen neuen Gedanken in die DAO-Debatte geschoben, und der ist ziemlich klar: künstliche Intelligenz soll helfen, Governance wieder handhabbar zu machen.
Aufmerksamkeit als Engpass, nicht Ideologie
Buterin schrieb am Sonntag auf X, ein Kernproblem demokratischer und dezentraler Governance-Modelle seien weniger die Regeln als die Menschen. Genauer gesagt deren begrenzte Aufmerksamkeit.
In DAOs steht oft eine lange Liste an Abstimmungen, Parameterfragen, Budgetentscheidungen, technischen Details und politischen Zielkonflikten im Raum. Viele davon verlangen Spezialwissen oder schlicht Zeit, die die meisten Teilnehmer nicht haben.
Damit entsteht ein strukturelles Ungleichgewicht: Wer Vollzeit dabei ist, bestimmt die Richtung. Wer nur sporadisch reinschaut, klickt im Zweifel gar nichts. Und das ist dann auch eine Form von Governance, nur eben über Ermüdung.
Delegation macht es einfacher und entzieht Einfluss
Als „übliche Lösung“ nennt Buterin Delegation, also das Übertragen von Stimmen an Vertreter. Praktisch, ja. Aber aus seiner Sicht auch entmachtend. Nach dem Delegieren hätten Unterstützer faktisch keinen Einfluss mehr auf die konkreten Entscheidungen, während sich die Entscheidungsgewalt bei einer kleinen Gruppe von Delegierten konzentriert.
Sein Vorschlag: KI könnte als eine Art Entscheidungsassistenz dienen. Nicht, um „für“ die Nutzer zu stimmen, sondern um Informationen, Argumente, Risiken und Nebenwirkungen so aufzubereiten, dass mehr Leute tatsächlich mitreden können, ohne jedes Detail selbst zu recherchieren. Im besten Fall würde das die Hürde senken, sich sinnvoll zu beteiligen, und die Zahl der wirklich informierten Stimmen erhöhen.
Wie genau diese KI-Rolle ausgestaltet sein soll, blieb offen. Aber die Richtung ist gesetzt: weniger blinder Klick auf Delegierte, mehr Hilfe beim Verstehen dessen, worüber gerade abgestimmt wird.







