• World Liberty Financial und DarGlobal stellen für ein tokenisiertes Malediven-Resort einen Exit-Mechanismus in Aussicht, weil das Projekt bis 2030 läuft.
  • Der Ansatz soll Anlegern Liquiditätsoptionen geben, obwohl die zugrunde liegende Immobilie erst Jahre später Erträge liefern dürfte.

World Liberty Financial, ein DeFi-Vorhaben mit Nähe zum Trump-Umfeld, und der saudi-arabische Entwickler DarGlobal versuchen, ein altes Krypto-Problem mit einem sehr realen Asset zu verheiraten. Es geht um ein Luxusresort auf den Malediven, das laut Projektplan erst 2030 eröffnen soll. Die Anbieter sprechen deshalb von einem speziellen Exit-Mechanismus, der Investoren eine Art Brücke über die Zeit schlagen soll.

Vier Jahre Haltefrist treffen auf Bauzeit bis 2030

Tokenisierte Immobilien sind in der Theorie leicht zu verkaufen, in der Praxis aber zäh. Die wirtschaftliche Substanz liegt in einem Objekt, das nicht mal eben umgebaut, geteilt oder vorzeitig eröffnet wird. Genau hier setzen WLFI und DarGlobal an.

Sie argumentieren, dass die klassische Krypto-Haltedauer von wenigen Monaten bis hin zu vier Jahren schlecht zu einem Entwicklungsprojekt passt, bei dem Bau, Genehmigungen, Betreiberverträge und Marktrisiken über Jahre wirken.

Ein Exit-Mechanismus ist damit weniger Marketingbegriff als eine zentrale Designfrage. Wer Kapital in eine Baustelle steckt, will wissen, was passiert, wenn sich die Stimmung dreht, die eigene Liquidität gebraucht wird oder sich der Marktpreis des Tokens vom Fundament entfernt.

Was ein Exit-Mechanismus in der Praxis bedeuten kann

Details zur Ausgestaltung bleiben in der Darstellung vage. In der Regel laufen solche Konstrukte auf sekundäre Handelsplätze, Rückkaufmodelle, stufenweise Redemption-Fenster oder auf eine Umwandlung in andere Ansprüche hinaus, etwa auf künftige Cashflows oder Anteile an einer Zweckgesellschaft.

Jede Variante bringt andere Risiken mit, von Marktliquidität bis hin zu juristischen Fragen rund um Eigentum, Ansprüche und Durchsetzbarkeit.

Für die Branche ist das Projekt ein Test, ob Tokenisierung im Luxussegment mehr ist als ein kurzfristiger Kapitalmagnet. Und ob sich ein DeFi-Label glaubwürdig mit der Langsamkeit internationaler Immobilienentwicklung verträgt.