• World Liberty Financial hat einen Governance-Vorschlag veröffentlicht, der Staking für freie WLFI-Token zur Voraussetzung für Stimmrechte machen würde.
  • Nach dem Modell müssten entsperrte WLFI für mindestens 180 Tage gestakt werden, während gesperrte Tokenhalter vorerst weiter ohne Staking abstimmen könnten.

World Liberty Financial schiebt seine Governance in eine deutlich aktivere Richtung. Das Trump-nahe Krypto-Projekt hat im Governance-Forum einen neuen Vorschlag vorgelegt, der die Stimmrechte für WLFI-Inhaber stärker an langfristiges Commitment koppeln soll. Im Kern geht es um eine einfache, aber politisch ziemlich aufgeladene Änderung: Wer mit freien Tokens abstimmen will, soll diese künftig erst staken müssen.

Stimmrecht nur noch mit gebundenem Kapital

Der Vorschlag sieht vor, dass entsperrte WLFI-Token für mindestens 180 Tage gestakt werden müssen, um Governance-Rechte zu erhalten. Damit würde sich das System weg von einer reinen Token-Halter-Logik bewegen und hin zu einem Modell, in dem Stimmgewicht an gebundenes Kapital gekoppelt ist. Gesperrte Tokenhalter sollen nach aktuellem Vorschlag weiterhin abstimmen können, ohne vorher staken zu müssen.

Das Ziel, so die Formulierung im Vorschlag, sei eine stärkere Beteiligung der Community und eine Verschiebung des finanziellen Werts weg von Intermediären hin zu langfristig orientierten Haltern. Hinter dieser Sprache steckt ein klassischer Governance-Konflikt. Wer abstimmen darf, entscheidet am Ende auch darüber, wer wirtschaftlich und politisch im Projekt das größere Gewicht bekommt.

Mehr Bindung, aber auch neue Reibung

Für WLFI ist das kein technisches Detail, sondern ein Eingriff in die Machtstruktur des Tokens. Eine Staking-Pflicht kann kurzfristige Stimmrechtsnutzung unattraktiver machen und die Zahl spontaner Teilnehmer senken. Gleichzeitig stärkt sie jene, die bereit sind, Kapital länger festzulegen. Genau das ist vermutlich beabsichtigt.

Ob der Vorschlag angenommen wird, ist offen. Klar ist nur: World Liberty Financial versucht, aus Governance nicht bloß ein Abstimmungsfenster zu machen, sondern ein System mit höherer Eintrittshürde. Und bei Projekten dieser Art verändert so etwas oft mehr als nur die Form eines Votes.