• X schließt Creator für 90 Tage vom Revenue Sharing aus, wenn sie KI-generierte Kriegsvideos ohne Kennzeichnung posten.
  • Wiederholte Verstöße können nach der neuen Regel zum dauerhaften Ausschluss aus der Monetarisierung führen.

X zieht bei KI-Inhalten rund um bewaffnete Konflikte die Zügel an. Die Plattform hat ihre Monetarisierungsregeln verschärft und koppelt das Thema nun direkt an die Auszahlung von Creator-Erlösen.

Wer Videos zu Kriegsereignissen veröffentlicht, die mit künstlicher Intelligenz erstellt wurden, muss das klar offenlegen. Fehlt dieser Hinweis, folgt eine 90-tägige Sperre im Creator-Revenue-Sharing-Programm.

X setzt nicht auf Löschung, sondern auf finanziellen Druck

Der Schritt ist bemerkenswert, weil X nicht in erster Linie mit einer pauschalen Entfernung solcher Inhalte arbeitet, sondern mit einem wirtschaftlichen Hebel. Betroffene Beiträge müssen also nicht zwingend verschwinden. Stattdessen verliert der Account vorübergehend den Zugang zur Monetarisierung. Für Creator, die ihre Reichweite geschäftlich nutzen, ist das oft der spürbarere Eingriff.

Nikita Bier, Produktchef von X, begründete die Regel mit der Verlässlichkeit von Informationen in Kriegszeiten. Der Kern seiner Botschaft ist ziemlich klar. In bewaffneten Konflikten verbreiten sich irreführende Bilder besonders schnell, und mit heutigen KI-Tools lassen sich täuschend echte Clips ohne großen Aufwand erzeugen. Genau dort will X den Anreiz senken, mit zweifelhaften Inhalten Reichweite und Werbeumsätze zu erzeugen.

Kriegsinhalte werden zum neuen Test für Xs Moderationslinie

Die neue Regel fügt sich in eine Phase, in der die Plattform unter besonderer Beobachtung steht. Gerade rund um die jüngsten Iran-Schlagzeilen wurden soziale Netzwerke mit manipulierten oder fragwürdigen Videos überschwemmt. X reagiert darauf nun mit einer engeren Spezialregel für ein klar umrissenes Szenario, statt seine gesamte KI-Politik neu zu schreiben.

Nach Angaben aus Berichten will X Verstöße über eigene Erkennungssysteme und über Community Notes identifizieren. Das passt zur bisherigen Linie des Unternehmens. Mehr Kennzeichnung, mehr Kontext, weniger klassische Inhaltslöschung. Nur dass diesmal erstmals die Monetarisierung direkt als Druckmittel im Vordergrund steht.