Ripple-CEO Brad Garlinghouse hat am Tag 1 auf der Swell-Konferenz in New York erläutert, wie XRP von Ripples wachsendem Stablecoin– und Finanzdienstleistungsgeschäft profitieren soll.

Im CoinDesk-Livestream bekräftigte er zudem die zentrale Rolle des Tokens und erklärte, wie die Übernahmen des Unternehmens zusätzliche Zahlungsströme auf den XRP Ledger bringen sollen.

Die zahlreichen RLUSD-Ankündigungen der letzten beiden Tage hätten diese Ausrichtung nicht verdrängen sollen. Garlinghouse sagte:

„Wir haben eine Reihe von Ankündigungen rund um RLUSD, und deshalb liegt ein gewisser Fokus auf RLUSD. Rückblickend war es vielleicht nicht beabsichtigt, dadurch von dem abzulenken, was wir intern unseren Nordstern nennen.“

XRP oder RLUSD: Der Zahlungskorridor entscheidet

Garlinghouse stellte während seines Swell-Bühnengesprächs außerdem klar, dass XRP und RLUSD komplementär sind. Zudem widersprach er der Kritik, das Unternehmen habe XRP zugunsten von RLUSD aufgegeben:

„Im Laufe des letzten Jahres konnte man auf dem XRP Ledger ein deutlich schnelleres Wachstum beobachten. […] Wir werden XRP niemals aufgeben. Die Dynamik, die sich derzeit rund um XRP entfaltet, ist beachtlich. RLUSD trägt dazu bei. Wir betrachten beide als einander sehr gut ergänzend.“

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Im anschließenden CoinDesk-Interview wurde er auf diese Aussage angesprochen. Der Ripple-Chef erklärte daraufhin, dass auch der Ausbau des Stablecoins dem XRP-Ökosystem dienen solle:

„Wir wollen nur Dinge tun, die gut für XRP sind. Ich denke, was wir mit RLUSD tun, dient diesem Ziel. Und auch im Vergleich zu unserem Start ist inzwischen etwa die Hälfte aller RLUSD auf dem XRP Ledger ausgegeben, was mehr Liquidität auf das Ledger bringt.“

Bei Zahlungen verfolgt Ripple nach seiner Darstellung einen vom jeweiligen Anwendungsfall abhängigen Ansatz. Das Unternehmen wolle möglichst viele Zahlungen über seine Infrastruktur abwickeln und Kunden dabei eine überzeugende Erfahrung bieten.

„Und wir werden so viele davon wie möglich über RLUSD oder XRP abwickeln, abhängig vom Korridor, abhängig vom Währungspaar. Aber nochmals: Unser Ziel ist es, über XRP so viel Liquidität, Vertrauen und Nutzen wie möglich zu schaffen.“

Den Zugang zu bestehenden Zahlungsströmen hat Ripple durch seine Übernahmen erheblich erweitert. Den finanziellen Einsatz bezifferte Garlinghouse deutlich:

„Wir haben im vergangenen Jahr Übernahmen im Wert von zweieinhalb Milliarden Dollar getätigt. Das ist eine große Wette. Ich bin schon lange genug dabei, um zu wissen, dass etwa die Hälfte der üblichen Übernahmen großer Unternehmen nicht funktioniert.“

Insbesondere das Treasury-Geschäft bringe immer mehr Zahlungen in das Ökosystem. Daraus entstehe die Möglichkeit, Geschäft von traditioneller Fiat-Infrastruktur auf Blockchain-Zahlungen umzustellen.

Im Swell-Bühnengespräch mit CNBC-Moderatorin Tanaya Macheel bezifferte Garlinghouse zudem das 2025 betreute Treasury-Zahlungsvolumen auf 13 Billionen US-Dollar. Rund 99,9 Prozent davon hätten weder Krypto-Infrastruktur noch Stablecoins genutzt.

Auch bei Ripple Prime will das Unternehmen den digitalen Geschäftsanteil ausbauen:

„Dasselbe gilt für Prime, wo vielleicht 20 Prozent des Geschäfts bereits digital waren. Wir wollen diesen Anteil erhöhen, was wir wiederum als sehr gut für XRP und das gesamte XRP-Ökosystem ansehen. Aber wir wollen nicht einfach immer weiter Unternehmen kaufen, man will integrieren und verarbeiten.“

Ripple will 2027 wieder offensiver werden

Für 2026 stellte Garlinghouse die Integration der übernommenen Unternehmen in den Vordergrund. Mit Blick auf 2027 wolle Ripple wieder offensiver agieren. Konkrete Übernahmeziele oder ein neues Budget nannte er nicht.

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Die Chance sieht Garlinghouse im Zusammenwachsen traditioneller und dezentraler Finanzmärkte. Ripple versteht sich laut Garlinghouse zunehmend als Anbieter von Finanzdienstleistungen und Finanzinfrastruktur, dessen Produkte auf Krypto und Blockchain aufbauen.

Zum Schluss griff Garlinghouse auch noch einmal einen Kritikpunkt auf, der seit vielen Jahren heiß diskutiert wird. Die größte Fehlvorstellung über den XRP Ledger ist aus Garlinghouses Sicht, dass Ripple das Netzwerk kontrolliere. Dies stimmt aber nicht, so der Ripple-Chef:

„Wir betreiben einen kleinen einstelligen Prozentsatz aller Validatoren im XRP Ledger. Der XRP Ledger liegt uns sehr am Herzen. Wir leisten einen wesentlichen Beitrag zur XRP-Codebasis.“

Ripple investiere außerdem in zahlreiche Unternehmen im Ökosystem. Der Besitz von XRP vermittle jedoch keine Entscheidungsgewalt über das Netzwerk, da der XRP Ledger kein Proof-of-Stake-Verfahren verwendet.

Nachfolgend findest du den gesamten Livestream des ersten Tags von Swell: