• ZachXBT hat Axiom in einer Untersuchung genannt und wirft Mitarbeitern vor, interne Tools zur Einsicht in sensible Wallet-Daten missbraucht zu haben.
  • Axiom hat laut Berichten den Zugriff auf betroffene Tools entzogen und eine interne Prüfung eingeleitet.

Axiom steht nach neuen Vorwürfen von ZachXBT unter erheblichem Druck. Der bekannte Blockchain-Ermittler veröffentlichte am Donnerstag eine Untersuchung, in der er die Krypto-Handelsplattform namentlich nennt und mehreren Mitarbeitern vorwirft, interne Systeme genutzt zu haben, um private Wallet-Aktivitäten von Nutzern nachzuverfolgen.

Die Vorwürfe folgen auf mehrere Tage Spekulation, nachdem ZachXBT bereits vorab eine größere Enthüllung zu mutmaßlichem Insiderhandel angekündigt hatte.

Interne Support-Tools stehen im Zentrum der Vorwürfe

Im Mittelpunkt des Berichts steht laut den veröffentlichten Angaben ein Senior-Mitarbeiter aus dem Business-Development-Team, der in New York sitzen soll.

ZachXBT behauptet, dieser habe über interne Kundensupport-Tools auf sensible Informationen zugegriffen, darunter Wallet-Zuordnungen und nutzerbezogene Kennungen. In den zitierten Aufnahmen soll beschrieben worden sein, dass sich Axiom-Nutzer über Referral-Code, Wallet-Adresse oder User-ID verfolgen ließen.

Das ist der eigentliche Kern der Affäre. Nicht ein einzelner Trade, sondern der mögliche Missbrauch privilegierter Datenzugänge. Gerade in einer Branche, die sich gern auf Transparenz beruft, ist das ein heikler Punkt.

Öffentliche Blockchains sind offen einsehbar, interne Kundenzuordnungen dagegen nicht. Wenn beides zusammengeführt wird, entsteht ein Informationsvorsprung, der für Handel praktisch Gold wert sein kann.

Axiom reagiert, aber die Fragen bleiben

Axiom wurde von ZachXBT als eine der profitabelsten Plattformen im Sektor beschrieben, mit kumulierten Erlösen von mehr als 390 Millionen Dollar. Das Unternehmen soll 2024 gegründet worden sein und gehörte zur Winter-2025-Kohorte von Y Combinator. Genau deshalb ist der Fall so brisant. Es geht nicht um ein obskures Nebenprojekt, sondern um eine schnell gewachsene Plattform mit echter wirtschaftlicher Relevanz.

Nach Bekanntwerden der Vorwürfe hat Axiom laut mehreren Berichten den Zugang zu den betroffenen Tools entzogen und eine interne Untersuchung eingeleitet. Das begrenzt den unmittelbaren Schaden womöglich, beantwortet aber die entscheidende Frage noch nicht: Wie lange konnten solche Zugriffe stattfinden, ohne dass interne Kontrollen griffen.