• Eine Bitcoin-Wallet, die seit rund 13 Jahren inaktiv war, hat laut Arkham Intelligence am Montag ihre gesamten Bestände im Wert von etwa 85 Mio. US-Dollar bewegt.
  • Die Coins wurden in einer einzigen Transaktion auf eine neue Adresse transferiert, ursprünglich wurden sie 2012 bis 2013 akkumuliert, als BTC zwischen etwa 13 und 250 US-Dollar gehandelt wurde.

Ein seltener Onchain-Moment sorgt für Aufmerksamkeit, ohne dass der Markt dafür eine Schlagzeile braucht.

Laut Daten von Arkham Intelligence hat die Wallet „1A2hq…pZGZm“ am Montag ihre gesamten Bitcoin-Bestände auf eine einzelne Adresse „bc1qk…sxaeh“ übertragen. Der Gegenwert liegt bei rund 85 Millionen US-Dollar. Der Transfer erfolgte gegen 16:17 Uhr.

Ein Transfer, viele Interpretationen

Solche Bewegungen werden fast reflexartig als potenzieller Verkaufsalarm gelesen. In Wahrheit sagt ein Transfer erst einmal nur: Schlüssel bewegen sich.

Eine Wallet kann auf eine neue Adresse wechseln, weil der Besitzer sein Setup modernisiert, auf SegWit umstellt, zu einem anderen Custody-Modell wechselt oder schlicht Ordnung in die Key-Verwaltung bringt.

Ein Transfer kann aber auch der erste Schritt Richtung Exchange-Einzahlung sein. Der Unterschied liegt im nächsten Hop.

Was die Szene daran elektrisiert, ist die Zeitachse. Die Wallet hatte ihre Bestände zwischen Dezember 2012 und April 2013 aufgebaut, also in einer Phase, in der Bitcoin von sehr niedrigen Niveaus aus nach oben lief. In dieser Zeit wurden Kurse von etwa 13 US-Dollar bis zu rund 250 US-Dollar gesehen. Wer damals akkumulierte und bis heute hielt, sitzt auf einer extremen Buchrendite.

Warum alte Coins psychologisch schwer wiegen

Bitcoin hat viele Narrative, aber „old coins moving“ gehört zu den stärksten. Nicht weil sie den Markt zwingend bewegen, sondern weil sie Symbolwert haben.

Früh akkumulierte Bestände werden oft mit den ursprünglichen Risikoträgern des Netzwerks verbunden. Wenn sie sich bewegen, entsteht sofort die Frage: Liquidiert jemand, oder sichert jemand nur neu.

Für kurzfristige Trader ist das weniger eine Fundamentaldiskussion als ein Monitoring-Event. Man beobachtet, ob die Coins in Richtung bekannter Exchange-Cluster wandern.

Bleiben sie in Self-Custody-Strukturen, ist die unmittelbare Angebotswirkung gering. Gehen sie auf Börsen, kann das Verkaufsdruck signalisieren, muss aber nicht, auch dort gibt es interne Umstellungen und OTC-Setups.