• Capital One übernimmt das Fintech Brex für 5,15 Mrd. US-Dollar und zahlt den Kaufpreis als Mix aus Cash und Aktien.
  • Der Abschluss wird für Mitte 2026 erwartet, Brex soll in Capital Ones Business-Payments-Strategie eingegliedert werden, inklusive Stablecoin-naher Zahlungslogik.

Capital One greift im Fintech-Markt zu und setzt dabei ein klares Signal Richtung digitale Zahlungsrails. Die Bank teilte mit, sie kaufe Brex für 5,15 Milliarden US-Dollar. Der Deal ist als Kombination aus Aktien und Bargeld strukturiert und soll Mitte 2026 abgeschlossen werden.

5,15 Milliarden Dollar für Brex, Fokus auf Business Payments

Brex ist in der Praxis ein Infrastruktur-Player für Firmenzahlungen, Karten, Spesen und Treasury-Workflows. Capital One will genau diesen Markt stärker besetzen. CEO Richard Fairbank formulierte es als Beschleunigung einer Reise: Man habe von Beginn an an einer Payments-Company an der technologischen Front gebaut, die Übernahme solle das im Business-Segment schneller machen.

Für Capital One ist das nicht nur ein Wachstumskauf, sondern eine strategische Verschiebung. Firmenkunden sind loyal, aber anspruchsvoll. Wer die Plattform liefert, über die Rechnungen, Karten, Abos und Lohnläufe gehen, sitzt nah am operativen Kern.

Stablecoin-Nähe wird zur Bankstrategie, nicht zum Randthema

Bemerkenswert ist der Stablecoin-Aspekt. Brex gilt als stablecoin-freundlich, also als Fintech, das digitale Dollarlogik nicht als exotisches Add-on betrachtet. Genau hier suchen Banken gerade Anschluss. Stablecoins sind in vielen Märkten schon ein Settlement-Tool, sie bewegen sich schneller als klassische Bankfenster und passen gut zu globalen Zahlungen. Für TradFi ist das attraktiv und ungemütlich zugleich, weil es um Einlagen, Gebühren und Kontrolle über Zahlungswege geht.

Die Integration wird nicht trivial. Brex ist Produkt- und Engineering-getrieben, Capital One ist eine große regulierte Bank mit strikteren Prozessen. Dazu kommen Fragen zu Compliance, Risiko, Custody-Partnerschaften und der genauen Rolle von Stablecoins im künftigen Stack. Der Deal zeigt trotzdem, wie sich die Fronten verschieben: Krypto wird nicht mehr nur über Trading-Plattformen gekauft, sondern über Payments-Infrastruktur.