• ENSv2 soll ausschließlich auf dem Ethereum-Mainnet laufen, die geplante app-spezifische Namechain-Layer-2 wird nicht weiterverfolgt.
  • ENS-Mitgründer Nick Johnson verweist auf um 99 Prozent gesunkene Registrierungs-Gaskosten und die schnellere Skalierung von Ethereum selbst.

Die Entwickler hinter dem Ethereum Name Service, ENS Labs, ziehen einen zentralen Architekturplan zurück. Statt einer eigenen, app-spezifischen Layer-2 namens Namechain soll ENSv2 nun vollständig auf dem Mainnet von Ethereum bereitgestellt werden.

In einem Blogeintrag erläutert ENS-Mitgründer Nick Johnson die Gründe. Ethereum skaliere heute schneller, als viele Beobachter noch vor zwei Jahren für möglich gehalten hätten.

Die Gas-Kosten für ENS-Registrierungen seien im Jahresvergleich um rund 99 Prozent gesunken, parallel zu einer Anhebung des Gaslimits im Netzwerk von 30 auf 60 Millionen im Jahr 2025. Unter diesen Bedingungen sei der Aufwand für eine eigene L2-Infrastruktur nicht mehr im selben Maße gerechtfertigt.

Johnson argumentiert, dass ein Verbleib auf Layer 1 ENS direkt mit den „stärksten Infrastruktur-Garantien“ von Ethereum verbindet. Gemeint sind Sicherheit, Client-Diversität und die Tatsache, dass kritische Upgrades auf Protokollebene ohnehin auf L1 stattfinden.

Vitalik-Positionswechsel rückt L1-Stärke erneut in den Fokus

Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der auch Vitalik Buterin seine Sicht auf Ethereums Skalierungsstrategie neu justiert.

Buterin hatte in den vergangenen Jahren ein „rollup-zentriertes“ Modell betont, bei dem Layer-2-Systeme einen Großteil der Skalierung tragen sollten. Zuletzt räumte er ein, dass die Basis-Schicht schneller gewachsen sei als erwartet, während viele L2-Projekte mit der eigenen Dezentralisierung ringen.

ENSv2 folgt nun dieser Neubewertung und verlegt den Schwerpunkt zurück auf das Mainnet. Für Nutzer könnte das mittelfristig bedeuten, dass Registrierungen und Updates in einem vertrauten Umfeld bleiben, während ENS an anderer Stelle nach Wegen sucht, die Vorteile günstigerer Transaktionen und besserer UX zu nutzen – ohne dafür eine eigene Rollup-Schicht betreiben zu müssen.