- Arc, Canton und Tempo sammeln Kapital zu Milliardenbewertungen ein und richten sich gezielt auf Stablecoins und Tokenisierung aus.
- Matt Hougan sieht darin drei zentrale Trends: Regulierung zieht Kapital an, Privatsphäre wird wichtiger, und große Unternehmen treten stärker in den Wettbewerb ein.
Im Kryptomarkt kommt gerade wieder viel Kapital in neue Infrastruktur. Nicht irgendwo. Sondern bei Blockchains, die für Stablecoins, Tokenisierung und institutionelle Finanzprozesse gebaut werden.
Regulierung bringt Kapital zurück in den Markt
Matt Hougan verweist in seinem Memo auf drei Projekte, die auffällig nah beieinander große Finanzierungsrunden erreicht haben. Circle sammelte für Arc 222 Millionen Dollar bei einer Bewertung von 3 Milliarden Dollar ein.
Digital Asset, der Entwickler des Canton Network, soll 300 Millionen Dollar bei einer Bewertung von 2 Milliarden Dollar aufnehmen. Tempo, das Blockchain-Projekt von Stripe und Paradigm, hatte bereits 500 Millionen Dollar bei einer Bewertung von 5 Milliarden Dollar eingesammelt.
Die gemeinsame Linie ist klar. Arc, Canton und Tempo sind nicht als allgemeine Krypto-Spielwiesen gedacht, sondern als Infrastruktur für Stablecoins und tokenisierte Vermögenswerte. Genau dort sucht institutionelles Kapital derzeit nach belastbaren Schienen.
Hougan sieht einen wichtigen Auslöser in der US-Regulierung. Nach dem Stablecoin-Gesetz Genius Act sei Kapital wieder eher bereit, in Krypto-Infrastruktur zu fließen. Vorher habe die langsame Gesetzgebung Investitionen gebremst, weil große Institutionen ungern auf unsicherem Rechtsboden bauen. Der nächste Blick richtet sich nun auf den CLARITY Act, der als breiteres Marktstrukturgesetz deutlich mehr Bereiche erfassen könnte.
Privatsphäre und Unternehmen verändern den Wettbewerb
Ein zweiter Punkt ist Datenschutz. Arc, Canton und Tempo setzen auf native Unterstützung privater Transaktionen. Für Unternehmen ist das entscheidend. Öffentliche Blockchains schaffen Vertrauen durch Transparenz. Im Geschäftsalltag kann genau diese Transparenz aber stören, etwa wenn Handelsflüsse, Zahlungen oder Gehälter für jeden sichtbar wären.
Der dritte Trend ist die neue Rolle großer Unternehmen. Circle, Goldman Sachs, Citadel, Nasdaq, Stripe, Visa und weitere Namen stehen direkt oder indirekt hinter diesen Projekten. Das unterscheidet sie von Ethereum oder Solana, die aus Krypto-nativen Entwicklerkreisen entstanden.
Das bedeutet nicht, dass die Unternehmensketten automatisch gewinnen. Aber sie bringen Kapital, Compliance-Erfahrung und operative Härte in einen Markt, der bislang stark von offenen Communities geprägt war. Genau daraus entsteht nun der nächste Wettbewerb: Krypto-native Netzwerke gegen institutionell gebaute Finanz-Blockchains.







