• Australien bereitet Berichten zufolge Änderungen an der Kapitalertragsteuer vor, die auch Krypto-Investoren betreffen könnten.
  • Geplant ist offenbar eine einjährige Übergangsfrist, bevor das neue Modell ab Mitte 2027 greifen würde.

Australien rückt Krypto-Gewinne stärker in den steuerlichen Fokus. Die Regierung will Berichten zufolge Änderungen an der Kapitalertragsteuer vorschlagen, die auch digitale Vermögenswerte betreffen würden.

50-Prozent-Rabatt soll durch Inflationsmodell ersetzt werden

Nach dem gemeldeten Plan soll der bisherige 50-Prozent-Abschlag auf Kapitalgewinne für Vermögenswerte, die länger als ein Jahr gehalten werden, ersetzt werden. Stattdessen soll ein inflationsindexiertes Modell eingeführt werden. Das klingt technisch, hätte aber praktische Folgen: Für manche langfristigen Gewinne könnte die Steuerlast steigen.

Der bisherige Rabatt ist für viele private Investoren ein zentraler Teil der australischen Steuerplanung. Wer Aktien, Immobilien oder andere Kapitalanlagen länger als zwölf Monate hält, kann bisher einen Teil des Gewinns steuerlich begünstigt behandeln. Kryptowährungen sollen nach den Berichten ebenfalls unter die betroffenen Vermögenswerte fallen.

Für Krypto-Trader ist das besonders relevant, weil viele Strategien auf langfristiges Halten ausgerichtet sind. Bitcoin, Ethereum oder andere digitale Assets werden oft nicht nur kurzfristig gehandelt, sondern als mehrjähriges Investment betrachtet. Wenn der steuerliche Vorteil für langfristige Haltedauer schwächer wird, verändert sich die Kalkulation nach Steuern. Nicht für jede Position gleich, aber spürbar.

Übergangsfrist soll harte Brüche vermeiden

Die Regierung will offenbar eine einjährige Schonfrist einbauen. Vermögenswerte, die nach dem Budgetabend erworben werden, könnten demnach noch bis Mitte 2027 unter den bestehenden 50-Prozent-Abschlag fallen. Finanzminister Jim Chalmers soll die Details am Budgetabend vorstellen.

Diese Übergangsphase wäre politisch wichtig. Sie würde verhindern, dass Investoren sofort nach der Ankündigung in ein neues Steuerregime fallen. Gleichzeitig setzt sie einen klaren Zeitrahmen. Wer künftig Krypto kauft, müsste genauer prüfen, ob der spätere Verkauf noch unter die alte Regel fällt oder bereits nach dem neuen Modell behandelt wird.