• Die Bank of England will im kommenden Monat Regelentwürfe für systemische Stablecoins veröffentlichen.
  • Die Zentralbank prüft vorübergehende Obergrenzen für Stablecoin-Ausgaben, um frühe Risiken bei schneller Verbreitung zu begrenzen.

Die Bank of England bringt ihre Stablecoin-Regulierung in die nächste Phase. Deputy Governor Sarah Breeden sagte auf der City Week 2026 in London, die Zentralbank wolle im kommenden Monat Entwürfe für systemische Stablecoins veröffentlichen und die Regeln bis Jahresende abschließen.

Temporäre Limits sollen frühe Risiken begrenzen

Der Zeitplan zeigt, dass Großbritannien Stablecoins nicht mehr nur als Krypto-Nischenthema behandelt. Sobald digitale Token für Zahlungen in größerem Umfang genutzt werden, rücken sie in den Bereich der Finanzstabilität. Genau dort setzt die Bank of England an.

Breeden machte deutlich, dass die Zentralbank Risiken aus einer schnellen Stablecoin-Verbreitung berücksichtigen will. Eine Option sind vorübergehende Grenzen für die Gesamtmenge ausgegebener systemischer Stablecoins. Solche Limits wären kein endgültiges Verbot, sondern eher ein Sicherheitsgeländer für die frühe Marktphase.

Der Gedanke dahinter ist nachvollziehbar. Wenn Stablecoins plötzlich stark wachsen, könnten Einlagen aus Banken abfließen, Zahlungsströme sich verschieben oder neue Abhängigkeiten von privaten Emittenten entstehen. Für eine Zentralbank ist das heikel, besonders wenn ein Stablecoin nicht nur in Krypto-Apps, sondern im breiteren Zahlungsverkehr genutzt wird.

Tokenisierung rückt ins Zentrum der britischen Finanzstrategie

Breeden stellte die geplanten Stablecoin-Regeln in einen größeren Zusammenhang. Die künftige Strategie der Bank of England soll stärker auf Tokenisierung ausgerichtet sein, um die britische Finanzinfrastruktur zu modernisieren.

Dabei geht es nicht nur um Stablecoins. Das künftige Retail-Zahlungssystem soll nach ihrer Darstellung verschiedene, miteinander austauschbare Geldformen umfassen: tokenisierte Bankeinlagen, regulierte Stablecoins und möglicherweise auch eine Retail-CBDC.

Das ist ein wichtiger Punkt. Großbritannien will offenbar kein Modell, in dem eine einzelne digitale Geldform alles ersetzt. Eher entsteht ein System, in dem private Bankgeldformen, regulierte Stablecoins und Zentralbankgeld nebeneinander funktionieren müssen.