- Nach der Genehmigung für Kraken warnt die Bankenlobby vor einem voreiligen Schritt ohne fertigen Regulierungsrahmen.
- Im Kern geht es um die Frage, ob sogenannte „skinny accounts“ für Nichtbanken zu früh und zu intransparent vergeben werden.
Krakkens Zugang zur US-Zahlungsinfrastruktur hat den nächsten Konflikt in Washington sofort mitgeliefert. Kaum war bekannt, dass die Banktochter Kraken Financial einen begrenzten Zugang zu den Kernsystemen der Federal Reserve erhält, meldete sich die Bankenlobby zu Wort. Der Ton war scharf, und zwar ungewöhnlich schnell.
Der Streit dreht sich um ein Konto mit Sonderstatus
Auslöser ist ein sogenannter limited-purpose master account, den die Federal Reserve Bank of Kansas City für zunächst ein Jahr genehmigt hat.
Kraken kann damit direkt an Systeme wie Fedwire andocken und institutionelle Fiat-Transfers ohne zwischengeschaltete Banken abwickeln. Es ist kein vollwertiger Master Account, aber eben auch nicht bloß ein symbolischer Zugang. Genau diese Zwischenform macht den Fall politisch heikel.
Der Bank Policy Institute, ein einflussreicher Verband großer US-Banken, erklärte, man sei „deeply concerned“. Der Verband sieht in der Genehmigung faktisch einen „skinny account“, also ein schlankes Fed-Konto für ein Institut mit engerem Geschäftsmodell und ohne klassischen Vollbankstatus. Dass so ein Modell nun praktisch freigegeben wurde, bevor der übergeordnete Regelrahmen fertig ist, gilt den Banken als Kernproblem.
Die Banken kritisieren Timing, Transparenz und Aufsicht
Inhaltlich richtet sich die Kritik auf drei Punkte. Erstens, so die Bankenlobby, greife die Entscheidung einem laufenden öffentlichen Konsultationsprozess der Fed vor.
Zweitens stelle sich die Frage, ob solche Standards künftig überhaupt einheitlich über alle regionalen Fed-Banken angewendet würden.
Drittens fehle jede Transparenz darüber, welche Kontrollen und Risikobegrenzungen Kraken tatsächlich auferlegt wurden. Der Verband nennt ausdrücklich auch BSA- und AML-Risiken.
Damit verschiebt sich der Fall Kraken über das einzelne Unternehmen hinaus. Aus einer operativen Zulassung wird ein Testfall dafür, wie weit die Fed Nichtbanken, Fintechs und Krypto-Infrastruktur künftig an die staatlichen Zahlungsschienen heranlassen will.
Und genau dort beginnt nun der eigentliche Machtkampf zwischen Krypto-Anbietern und etablierter Bankenlobby.







