- Bernstein erwartet, dass der aktuelle Rückgang im Kryptomarkt 2026 in eine Erholung übergeht, trotz des jüngsten Kursrutsches bei Bitcoin.
- Die Analysten sehen eine mögliche Bodenbildung im Bereich um 60.000 Dollar und verweisen auf die starke Gold-Performance und Notenbankkäufe.
Bitcoin stand am Montag zeitweise um 75.000 Dollar und damit deutlich unter den bisherigen Höchstständen. Für die Analysten von Bernstein ist das trotzdem kein Signal für ein längerfristig gekipptes Narrativ, sondern eher ein Abschnitt innerhalb eines „kurzfristigen Bärenzyklus“. In einer Kundennotiz schreiben sie, dieser Zyklus könne sich noch 2026 drehen.
Bernstein erwartet Bodenbildung um 60.000 Dollar
Das Team um Gautam Chhugani skizziert dabei einen recht konkreten Korridor. Bitcoin könne „um die letzten Zyklushochs“ herum seinen Boden finden, also grob im 60.000-Dollar-Bereich. Zeitlich verorten die Analysten das eher in der ersten Jahreshälfte 2026. Danach, so die Logik, könne sich ein „höherer Sockel“ ausbilden, auf dem der Markt wieder stabiler handelt.
Das ist keine Prognose im Sinne einer Kursziel-Liste, eher eine These zur Marktmechanik. Der Punkt ist, dass ein Rücksetzer bis in den Bereich früherer Allzeithochs historisch oft als Testzone dient, psychologisch wie auch technisch. Ob der Markt das diesmal genauso spielt, ist offen, aber Bernstein legt sich zumindest beim Rahmen fest.
Gold-Vergleich setzt den Ton
Bernstein ordnet den Drawdown zudem über einen Vergleich ein, der derzeit häufig fällt. Bitcoin habe im vergangenen Jahr gegenüber Gold unterperformt, während Notenbanken ihre Goldbestände kräftig ausgebaut hätten. Genannt werden unter anderem Zentralbanken in China und Indien, in einem Umfeld, in dem Gold als Reservebaustein wieder stärker gewichtet wird.
Auch die Größenordnung dient als Argument. Bernstein verweist darauf, dass die Marktkapitalisierung von Bitcoin zuletzt nur noch bei rund vier Prozent der Gold-Marktkapitalisierung gelegen habe, nahe einem Zwei-Jahres-Tief. In diesem Bild ist der Kryptomarkt gerade nicht „kaputt“, sondern schlicht in einem Moment, in dem der alte Gegenspieler Gold mehr Rückenwind hat als das digitale Pendant.






