- Binance bezeichnet ein angebliches Unterlassungsschreiben an einen X-Nutzer wegen Insolvenzvorwürfen als gefälscht.
- Der Nutzer hatte der Börse zuvor Zahlungsunfähigkeit unterstellt und einen Marktcrash „schlimmer als FTX“ angekündigt.
Die größte Krypto-Börse der Welt, Binance, sieht sich erneut mit Insolvenzgerüchten konfrontiert und widerspricht einem angeblichen juristischen Einschreiten.
Auslöser war ein Post des X-Nutzers „Lewsiphur“ am Mittwoch, in dem er behauptete, Binance sei insolvent und dies werde einen „katastrophalen“ Effekt auf den Markt haben, schlimmer als der Kollaps von FTX.
Später am selben Tag legte der Nutzer nach und veröffentlichte ein Bild eines angeblichen „Cease and Desist“-Schreibens. Dem Dokument zufolge habe Binance angedroht, rechtliche Schritte gegen ihn einzuleiten, sollte er den Post nicht dauerhaft bis 17 Uhr Eastern Time löschen. Genau dieses Schreiben steht nun im Fokus.
Angebliches Schreiben laut Binance gefälscht
Binance stellte klar, dass das kursierende Dokument nicht von der Börse stammt. Weder habe man ein solches Schreiben veranlasst, noch sei die Drohung mit rechtlichen Schritten in dieser Form korrekt wiedergegeben. Damit versucht das Unternehmen, zwei Ebenen zu trennen. Einerseits die Insolvenzbehauptung des X-Nutzers, andererseits den Eindruck, man gehe im Hintergrund aggressiv rechtlich gegen Kritiker vor.
Für den Markt ist die Episode ein weiteres Beispiel dafür, wie schnell Narrative über die Solvenz großer Plattformen entstehen und sich über Social Media verselbstständigen können. Screenshots von vermeintlichen Anwaltsschreiben verstärken diese Dynamik, weil sie Seriosität suggerieren, lange bevor Inhalte oder Absender überprüft sind.
Gleichzeitig zeigt der Fall, wie sensibel alles aufgenommen wird, was auch nur entfernt an die FTX-Pleite erinnert. Wenn ein einzelner Account Binance mit einem potenziell „schlimmeren“ Szenario verknüpft, reicht das, um Diskussionen über Gegenparteirisiko, Reserven und Transparenz sofort wieder aufzuflammen – selbst dann, wenn das angebliche juristische Nachspiel sich später als Fälschung herausstellt.







