• Bitcoin ist unter 80.000 US-Dollar gefallen, nachdem US-Spot-Bitcoin-ETFs im Januar rund 1,6 Milliarden US-Dollar an Nettoabflüssen verzeichneten.
  • Allein in der letzten Januarwoche flossen etwa 1,49 Milliarden US-Dollar ab, mit zwei besonders starken Abflusssitzungen am Mittwoch und Donnerstag.

Bitcoin rutschte unter 80.000 US-Dollar, während die US-Spot-Bitcoin-ETFs den Januar mit einer klar negativen Bilanz beendeten.

Nach Daten von SoSoValue zogen Anleger in der Schlusswoche des Monats rund 1,49 Milliarden US-Dollar aus den Produkten ab. In der Monatsrechnung ergibt sich damit ein Abfluss von etwa 1,6 Milliarden US-Dollar, laut Einordnung einer der schwächsten Monate in der bisherigen Historie.

Schlusswoche zieht die Bilanz nach unten

Die Dynamik wurde zum Monatsende deutlich aggressiver. Am Mittwoch lagen die Nettoabflüsse bei 818 Millionen US-Dollar, der größte einzelne Redemption-Tag im Jahr 2026. Am Donnerstag folgte ein weiterer Abfluss von 510 Millionen US-Dollar. In Kombination sind das Zahlen, die nicht nach „ein paar Umschichtungen“ aussehen, sondern nach echtem Risikoabbau.

Bemerkenswert ist auch die Sequenz: Von Dienstag bis Freitag wurden in jeder Sitzung Abflüsse registriert. Der Montag davor stach als einzige Ausnahme heraus, allerdings nur knapp, mit einem kleinen Nettozufluss von rund 7 Millionen US-Dollar. Der Rest der Woche kippte konsequent ins Minus.

ETF-Flüsse werden wieder zum Preisfaktor

Für den Markt ist das vor allem deshalb relevant, weil ETF-Flows inzwischen als kurzfristiger Stimmungssensor funktionieren. Wenn Abflüsse mehrere Tage am Stück laufen, entsteht ein zweiter Effekt neben der Preisbewegung selbst: Trader beginnen, die Flüsse zu front-runnen. Dann wird aus Daten ein Signal, und aus einem Signal eine selbsterfüllende Mechanik, zumindest für ein paar Sessions.

Der Kursrutsch unter 80.000 US-Dollar fällt damit in ein Umfeld, in dem nicht nur Spot-Verkäufe zählen, sondern auch die Frage, wie viel marginale Nachfrage überhaupt übrig bleibt, wenn die größten regulierten Zuflüsse pausieren oder drehen. Das macht den Markt nicht automatisch „bearish“, aber es verschiebt die Balance, gerade wenn Liquidität dünn ist und Positionierung noch nicht sauber abgebaut wurde.