• Die 7-Tage-Hashrate von Bitcoin ist erstmals seit September 2025 unter 1 ZH/s gefallen, eine Difficulty-Anpassung von etwa minus 4,34 Prozent steht in rund drei Tagen an.
  • StandardHash-CEO Leon Lyu sieht als Treiber eine Verlagerung von Stromkapazitäten in Richtung KI-Rechenzentren sowie einen wachsenden Einfluss von Hardwareherstellern auf das Mining.

Der Bitcoin-Mining-Takt bekommt einen Dämpfer. Die gleitende 7-Tage-Durchschnitts-Hashrate ist unter 1 ZH/s gerutscht, ein Niveau, das seit September 2025 nicht mehr unterschritten wurde. In der Folge wird für die nächste Difficulty-Anpassung ein Rückgang von rund 4,34 Prozent erwartet, mit einem Zeithorizont von etwa drei Tagen.

KI-Compute zieht Strom ab, Mining-Margen geraten unter Druck

Leon Lyu, CEO von StandardHash, führt den Rückgang vor allem auf eine Verschiebung der Profitlogik zurück. Große Miner würden Strom nicht mehr nur für SHA-256 einsetzen, sondern zunehmend in KI-Compute-Services umleiten, weil dort höhere Margen winken.

Das ist kein romantischer Strategiewechsel, sondern eine nüchterne Rechnung. Wer Zugriff auf günstige Energie und Infrastruktur hat, kann Rechenleistung je nach Nachfrage in verschiedene Geschäftsmodelle drücken.

Für das Bitcoin-Netzwerk bedeutet weniger Hashrate zunächst keinen Funktionsverlust. Die Difficulty reagiert und stellt das Zielintervall wieder her. Für Miner ist es aber ein Signal: Wenn selbst bei etablierten Playern Kapazität abwandert, ist der Druck auf die Profitabilität real.

Hersteller werden zu Minern, Bitdeer und Bitmain im Blick

Lyu skizziert außerdem eine zweite Dynamik. Hersteller dominieren stärker, indem sie eigene Geräte aggressiv selbst in Betrieb nehmen. Er nennt Bitdeer als Beispiel für einen Anbieter, der proprietäre Rigs ausrollt und dadurch seine Hashrate schnell steigern könnte, mit dem Ziel, in Nordamerika an die Spitze zu rücken. Parallel verweist er auf Bitmain, das laut seiner Darstellung über sekundäre Kanäle und Partnerschaften eigenes Hashrate-Wachstum aufbauen könnte.

Unterm Strich ist das eine Verschiebung der Machtbalance. Wenn Hersteller gleichzeitig liefern und selbst minen, verändern sie Angebot und Wettbewerb in einem Markt, der ohnehin über Capex, Strompreise und Timing entscheidet. Der Hashrate-Rückgang ist damit nicht nur ein kurzfristiger Ausschlag, sondern ein Hinweis darauf, dass KI-Compute mittlerweile direkt um Netzkapazität konkurriert.