• Bitcoin ist erneut unter die Marke von 70.000 US-Dollar gefallen, was laut Bitwise-CEO Hunter Horsley Langfrist-Halter verunsichert, aber Institutionen neue Einstiegsniveaus eröffnet.
  • Horsley sieht Bitcoin aktuell klar im Bärenmarkt und eng gekoppelt an den breiten Abverkauf anderer liquider Macro-Assets.

Der erneute Rutsch von Bitcoin unter 70.000 US-Dollar sorgt für eine spürbare Spaltung der Perspektiven.

Auf der einen Seite stehen Langfrist-Halter, die nach einem Allzeithoch jenseits der 120.000 Dollar nun mit einer längeren Korrektur leben müssen. Auf der anderen Seite sitzen professionelle Investoren, die jahrelang an der Seitenlinie standen und nun Kursniveaus sehen, die sie „für immer verpasst“ glaubten.

So beschreibt es Hunter Horsley, Chef des Krypto-Vermögensverwalters Bitwise, in einem Interview mit CNBC. Langfrist-Halter wirkten verunsichert, sagt er, während das neue Anlegersegment – Fonds, Family Offices, institutionelle Mandate – Bitcoin als „neuen Versuch am Apfel“ interpretiere. Für diese Gruppe sei der Rückgang eher eine Korrektur, die Einstiegspunkte schafft, als das Ende einer Story.

Interessant ist der Kontrast zu Prognosen aus dem vergangenen Herbst. Damals hatte Geoff Kendrick, Leiter Digital-Asset-Research bei Standard Chartered, noch erklärt, er erwarte nicht, dass Bitcoin jemals wieder unter 100.000 Dollar fällt. Die Realität wirkt aktuell deutlich nüchterner.

Bitcoin im Strudel der Macro-Assets

Horsley ordnet die Kursbewegungen weniger als isoliertes Krypto-Phänomen ein, sondern als Teil eines breiteren Risiko-Off-Szenarios. Bitcoin sei im Bärenmarkt, so seine Einschätzung, und werde gerade „mit dem Rest der Macro-Assets mitgerissen“, weil Investoren alles verkaufen, was sich schnell liquidieren lässt.

In der Praxis zeigt sich das in der wachsenden Korrelation zu anderen liquiden Assets. Wenn Risiko generell abgebaut wird, wird Bitcoin zusammen mit Tech-Aktien, Growth-Werten und Teilen des Kreditmarkts in einen Topf geworfen.

Kurzfristig verstärkt das die Volatilität nach unten, mittelfristig könnte es für Institutionen aber genau die Rolle definieren, die viele Strategen ihm zuschreiben: ein liquides, hochvolatiles Baustein-Asset, das zyklisch abverkauft wird – und in der nächsten Risikophase wieder nachgefragt ist.