- Die Finanzaufsicht in Südkorea stuft die Prüfung des Bithumb-Vorfalls zur vollumfänglichen Untersuchung hoch und warnt vor Eingriffen in die Marktordnung.
- Bithumb nimmt Kunden ins Visier, die die irrtümlich gutgeschriebenen Bitcoin sofort transferierten oder liquidierten, und bereitet zivilrechtliche Schritte zur Rückforderung vor.
Nach der spektakulären Fehlbuchung von rund 620.000 Bitcoin im Gegenwert von über 43 Milliarden US-Dollar auf Nutzerkonten gerät Bithumb zunehmend in die Defensive. Was zunächst als technische Panne im Rahmen einer Werbeaktion erschien, ist für die südkoreanische Finanzaufsicht längst ein Fall für eine vertiefte Marktaufsicht.
Die Behörde hatte den Vorfall zunächst im Rahmen einer routinemäßigen Prüfung aufgerollt, diese Untersuchung nun aber zu einer förmlichen Sonderuntersuchung ausgeweitet.
Im Zentrum steht die Frage, wie es dazu kommen konnte, dass die Börse im Rahmen einer Promotion den Bonusbetrag nicht in Koreanischem Won, sondern fälschlich in BTC hinterlegte und so zeitweise ein Vielfaches ihrer tatsächlichen Bestände in den Büchern auftauchte.
Aufsichtskreise sprechen von höchster Priorität und warnen vor jedem Verhalten, das das Vertrauen in die Marktordnung untergraben könnte. Für Bithumb steht damit nicht nur der technische Umgang mit dem Fehler, sondern auch die Governance der Plattform auf dem Prüfstand.
Nutzer im Fokus: Zivilrechtliche Rückforderungen statt Strafverfolgung
Parallel zur behördlichen Untersuchung versucht Bithumb, die zu viel gutgeschriebenen Mittel von den Kunden zurückzuholen. Nach lokalen Berichten kontaktiert die Börse gezielt Nutzer, die die irrtümlich erhaltenen BTC unmittelbar transferiert oder verkauft haben, und bittet sie, „Rückgabe und Modalitäten zu koordinieren“.
Juristisch deutet vieles darauf hin, dass der Fall vor allem über zivilrechtliche Rückforderungsansprüche laufen wird.
In vielen Rechtsordnungen gilt: Wer erkennbar zu Unrecht erhaltene Vermögenswerte behält, muss mit Ansprüchen wegen ungerechtfertigter Bereicherung rechnen. Für Trader, die die zusätzlichen BTC als offensichtlichen Systemfehler erkannt haben, könnte die Beweislage entsprechend ungünstig sein.







