• Bitwise-CIO Matt Hougan sagt, Bitcoins 30-Tage-Korrelation zu Aktien liege über zehn Jahre im Schnitt nur bei etwa 0,2 und sei damit überraschend niedrig.
  • Er argumentiert, dass Bitcoin in der Berichterstattung oft fälschlich als „Aktien-Proxy“ gesehen wird, weil man vor allem Crash-Phasen beobachtet und die übrigen Treiber ausblendet.

Matt Hougan hat wieder eine Zahl geliefert, die im Feed besser funktioniert als in Lehrbüchern. Der CIO von Bitwise sagte, Bitcoins 30-Tage-Rolling-Korrelation zu Aktien liege über die vergangenen zehn Jahre im Schnitt nur bei rund 0,2. Seine Pointe dazu: Damit bewege sich Bitcoin statistisch „mehr im Gleichklang mit Avocados als mit Aktien“. Es ist ein provokanter Vergleich, aber die Aussage dahinter ist nüchtern, Bitcoin ist langfristig nicht der saubere Risk-On-Proxy, als den ihn viele behandeln.

0,2 Korrelation zu Aktien, fast null zu Bonds und Rohstoffen

Hougan betont, dass die Korrelation zu Anleihen und Rohstoffen in seinem Blick nahezu bei null liege. Wer Bitcoin als Asset klassifizieren will, landet damit nicht automatisch in der Aktien-Schublade. Korrelationen sind zwar zeitabhängig und können in Stressphasen anziehen, aber die langfristige Durchschnittsbetrachtung bleibt eben flach.

Sein Vorwurf an die Medien ist dabei simpel: Man beobachte Bitcoin vor allem dann, wenn es knallt. In Crash-Phasen fallen oft fast alle Risikoassets gemeinsam, und daraus wird dann eine dauerhafte Verknüpfung konstruiert. In ruhigeren Marktphasen, in denen Bitcoin seitwärts läuft oder wegen eigener Nachrichten springt, schaut weniger jemand hin.

Einmalige Kapitalzuflüsse und Policy-News als eigene Treiber

Hougan führt die niedrige Korrelation auf spezielle Treiber zurück. Bitcoin werde von „one-time asymmetric capital inflow“ geprägt, also von einmaligen, nicht wiederholbaren Kapitalwellen. Dazu kommen Regulierungs- und ETF-Entwicklungen, die sich nicht wie Konjunkturdaten verhalten, sondern wie politische Ereignisse, binär, ungleichmäßig, manchmal über Nacht.

Er erwartet, dass eine Korrelation in Zukunft zwar etwas steigen könnte, aber eher moderat bleibt. Wenn Bitcoin stärker in Portfolios integriert wird, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass er in Risk-On- und Risk-Off-Bewegungen mitgezogen wird. Trotzdem, so seine Linie, bleibt das Asset in seinen Bewegungsgründen eigenständig genug, dass es dauerhaft nicht wie ein Tech-Index gehandelt werden dürfte.

Für Anleger ist das weniger ein Argument pro oder contra Bitcoin als ein Hinweis, wie man Risiko misst. Wer BTC im Portfolio hält, hält nicht automatisch „mehr Aktien“. Er hält eine eigene Wette, mit eigener Politik, eigener Marktmechanik und einer Korrelation, die sich nicht so brav verhält, wie die Narrativen es gern hätten.