- Bitwise-CIO Matt Hougan nennt Einschränkungen für Bitcoin in 401(k)-Plänen „ridiculous“ und verweist darauf, dass einzelne Aktien teils ähnlich oder stärker schwanken.
- Senatorin Elizabeth Warren drängt derweil die SEC, Risiken von Krypto in Rentenplänen zu adressieren, nachdem die US-Regierung eine Neubewertung von Alternativ-Assets angestoßen hat.
Bitcoin in der Altersvorsorge bleibt in den USA ein politischer und regulatorischer Zankapfel. Matt Hougan, Chief Investment Officer bei Bitwise, hat die Idee, Bitcoin wegen Volatilität aus 401(k)-Plänen herauszuhalten, scharf kritisiert.
Am selben Tag drängte Senatorin Elizabeth Warren die SEC auf Antworten, wie sie Risiken mindern will, falls Krypto stärker in Rentenprodukte wandert.
Hougan: Volatilität ist kein exklusives Krypto-Problem
Hougan argumentiert, dass die Volatilität als Ausschlusskriterium inkonsequent genutzt werde. Es gebe Aktien, die ähnlich oder sogar stärker schwanken, ohne dass sie aus 401(k)-Angeboten verbannt würden.
In einem Interview bezeichnete er frühere Versuche, Bitcoin-Exposure etwa durch Anbieter wie Vanguard oder durch regulatorische Hinweise zu blockieren, als „ridiculous“. Sein Kernpunkt: Bitcoin sei „just another asset“. Risiko sei da, aber Risiko sei im Markt nichts Ungewöhnliches.
Er zog dabei einen Vergleich zu Nvidia und sagte, Bitcoin sei im vergangenen Jahr weniger volatil gewesen als die Aktie, ohne dass daraus Regeln entstünden, 401(k)-Provider dürften Nvidia nicht anbieten.
Das ist rhetorisch geschickt, weil es die Debatte vom Moralischen ins Praktische zieht: Warum wird Krypto anders behandelt als Tech-Aktien, die in manchen Phasen ebenfalls wie Hebelprodukte wirken.
Warren fordert Schutzmechanismen, nach Trumps Order wird es konkreter
Warren setzt auf die andere Seite der Gleichung. Für sie ist die Frage, wie die SEC Anleger schützt, wenn Krypto als Baustein in Rentenplänen auftaucht.
Der Kontext ist politisch relevant: Im August des Vorjahres hatte Präsident Donald Trump per Executive Order das Arbeitsministerium angewiesen, Restriktionen rund um alternative Assets in beitragsorientierten Plänen zu überprüfen. Das öffnet die Tür, zumindest formal.
Die SEC steht damit zwischen zwei Erwartungen. Auf der einen Seite Marktakteure, die Krypto als legitime Allokation sehen. Auf der anderen Seite Politiker, die den Schutz der Altersvorsorge betonen, inklusive Risiken aus Verwahrung, Betrug, Liquidität und Preisstürzen.
Der Streit dreht sich am Ende weniger um Bitcoin selbst als um eine Grundfrage: Soll der Staat vorschreiben, was in einem 401(k) überhaupt „erlaubt“ ist, oder sollen Anbieter und Anleger die Risikoauswahl tragen, solange Transparenz und Regeln stimmen.






