- Bitwise übernimmt den institutionellen Staking-Anbieter Chorus One und stärkt damit sein Geschäft rund um Yield-Produkte.
- Angaben zum Kaufpreis fehlen, Bitwise sieht Staking als zentrale Wachstumschance für Kunden mit Spot-Krypto-Beständen.
Bitwise Asset Management greift nach mehr Infrastruktur statt nur nach mehr Produkten. Der US-Krypto-Asset-Manager übernimmt den Staking-Dienstleister Chorus One und erweitert damit sein Angebot an renditebasierten Services für institutionelle Kunden. Finanzielle Details wurden nicht veröffentlicht, was bei solchen Deals in der Branche zwar nicht ungewöhnlich ist, aber die Einordnung für den Markt erst einmal offen lässt.
Chorus One ist als Anbieter für institutionelles Staking positioniert, also für Verwahrung, Validator-Betrieb und die technische Abwicklung von Staking-Erträgen über unterschiedliche Proof-of-Stake-Netzwerke hinweg. Für Bitwise ist das ein Schritt weg vom reinen Asset-Management-Narrativ hin zu einem Modell, das stärker an die „Picks and Shovels“-Logik erinnert. Wer die Infrastruktur kontrolliert, kontrolliert die Marge. Zumindest im Idealfall.
Staking rückt ins Zentrum des Spot-Geschäfts
Bitwise-CEO Hunter Horsley beschreibt Staking als eine der „attraktivsten Wachstumschancen“ für Kunden, die Spot-Krypto-Assets halten. Das ist bemerkenswert, weil es die Perspektive verschiebt. Lange wurde Staking vor allem als Tech-Thema betrachtet, heute ist es ein Ertragsprodukt, das sich gut in institutionelle Portfolios und Treasury-Modelle einpassen lässt, wenn Regulierung, Risiko-Frameworks und operative Abläufe stimmen.
Gerade für Vermögensverwalter ist das nicht trivial. Staking bedeutet zusätzliche Gegenparteirisiken, Slashing-Mechaniken, technische Ausfallrisiken und Fragen zur steuerlichen Behandlung, je nach Jurisdiktion. Eine Übernahme wie diese zielt darauf, diese Komplexität intern besser zu beherrschen, statt sie nur einzukaufen.
Konsolidierung bei Krypto-Infrastruktur geht weiter
Der Deal passt in ein breiteres Muster. Krypto-Unternehmen konsolidieren Infrastruktur, weil Gebühren im Handel schwanken und weil die langfristige Monetarisierung oft in Services steckt, die wiederkehrende Erträge liefern. Für Chorus One bedeutet der Schritt Zugang zu einer größeren Kundenbasis, für Bitwise ein direkter Griff in die Staking-Kette.
Wie stark sich das in neue Produkte übersetzt, hängt am Ende davon ab, wie schnell Bitwise die Staking-Dienste in seine bestehende Palette integriert und welche Netzwerke im Fokus stehen. Aber der strategische Punkt ist klar: Yield soll nicht nur ein Label sein, sondern eine eigene, skalierbare Linie im Produktregal.






