• BlackRock hat die OCC aufgefordert, auf eine quantitative Obergrenze für tokenisierte Reservewerte bei Stablecoin-Emittenten zu verzichten.
  • Der Vermögensverwalter argumentiert, dass Risiko vor allem von Kreditqualität, Laufzeit und Liquidität abhängt, nicht von der Nutzung einer Blockchain.

BlackRock mischt sich in die Ausgestaltung der neuen US-Stablecoin-Regeln ein. In einem Kommentar an die Office of the Comptroller of the Currency kritisiert der Vermögensverwalter geplante Einschränkungen für Reserveanlagen unter dem GENIUS Act.

Tokenisierte Reserven sollen nicht pauschal begrenzt werden

Der 17-seitige Brief wurde am letzten Tag der 60-tägigen Kommentierungsfrist eingereicht. Die OCC hatte ihren Regelentwurf Anfang März im Federal Register veröffentlicht und mehr als 200 Fragen zu Themen wie Reservezusammensetzung, Kapitalanforderungen, Verwahrung und Renditeverbot gestellt.

Im Zentrum von BlackRocks Stellungnahme stehen sogenannte permitted payment stablecoin issuers, also bundesweit zugelassene Stablecoin-Emittenten nach dem im vergangenen Juli von Präsident Trump unterzeichneten Gesetz.

Der wichtigste Punkt: BlackRock fordert die OCC auf, keine feste Obergrenze für tokenisierte Reservewerte einzuführen. Die Behörde hatte offenbar eine mögliche Schwelle von 20 Prozent ins Spiel gebracht. BlackRock hält eine solche Grenze für nicht notwendig und argumentiert, sie passe nicht zum eigentlichen Ziel der Aufsicht.

Aus Sicht des Unternehmens hängt das Risiko einer Reserveanlage nicht davon ab, ob sie auf einer Distributed-Ledger-Infrastruktur gehalten oder übertragen wird. Entscheidend seien Kreditqualität, Laufzeit und Liquidität.

Stablecoin-Regeln treffen auf Tokenisierung

Die Position ist wenig überraschend, aber wichtig. BlackRock ist selbst stark im Markt für tokenisierte Fonds und digitale Abwicklungsstrukturen aktiv. Eine pauschale Begrenzung tokenisierter Reserveanlagen könnte künftige Stablecoin-Modelle einschränken, gerade wenn hochwertige Vermögenswerte wie kurzfristige Staatsanleihen in tokenisierter Form genutzt werden.

Für die OCC geht es um Stabilität und Einlösbarkeit. Für die Industrie geht es darum, ob digitale Formen traditioneller Vermögenswerte regulatorisch schlechter behandelt werden als ihre klassischen Gegenstücke.

Die Debatte zeigt, wie konkret Stablecoin-Regulierung inzwischen geworden ist. Nicht mehr nur die Frage, ob Stablecoins erlaubt sind, steht im Raum. Sondern welche Reserven zählen, wie sie verwahrt werden dürfen und ob Tokenisierung als technisches Format oder als eigener Risikofaktor behandelt wird.