- Brasilianische Abgeordnete treiben einen Vorschlag für eine staatliche Bitcoin-Reserve voran, begrenzt auf bis zu 5 Prozent der internationalen Reserven.
- Der Entwurf verankert Governance, Berichte und Verwahrung in Cold Wallets und setzt damit auf ein Treasury-Setup statt Symbolpolitik.
Brasilien bekommt eine neue, ziemlich konkrete Krypto-Debatte im Parlament. Ein Gesetzesvorschlag skizziert eine „Reserva Estratégica Soberana de Bitcoins“ und behandelt Bitcoin ausdrücklich als strategischen Treasury-Baustein, nicht als Zahlungsprojekt für den Alltag.
Reserve-Design mit klarer Obergrenze
Im Kern steht eine schrittweise, geplante Akquisition von Bitcoin, gedeckelt auf bis zu fünf Prozent der brasilianischen internationalen Reserven. Das klingt technisch, ist es auch. Befürworter argumentieren mit Diversifikation, Absicherung gegen Währungs- und geopolitische Risiken und einem modernisierten Instrumentenkasten für den Staatshaushalt.
In Begleitdebatten tauchen dabei teils sehr große Zielgrößen auf, inklusive Szenarien, die in Richtung einer siebenstelligen Zahl an Bitcoin gehen könnten. Entscheidend ist aber die Kappung über die Reservequote, nicht eine fixe Coin-Zahl.
Governance, Verwahrung und der Drex-Bezug
Der Entwurf legt die operative Verantwortung beim Zentralbankapparat und dem Finanzministerium an und verlangt regelmäßige Berichte an Parlament und Öffentlichkeit. Außerdem wird die Verwahrung ausdrücklich als Sicherheitsaufgabe beschrieben, inklusive Cold-Wallet-Ansatz und organisatorischer Kontrollen.
Auffällig ist ein weiterer Punkt, der über das übliche „Staat kauft Bitcoin“-Narrativ hinausgeht: Die Reserve soll auch als möglicher Bestandteil für die Abstützung einer digitalen Landeswährung dienen, also für den brasilianischen Drex.
Ob daraus am Ende tatsächlich Käufe werden, hängt wie immer an Ausschusslogik, Budgetrealität und politischem Timing. Aber der Text macht klar, wie Brasilien sich das Konstrukt vorstellt: als Reserveverwaltung mit Compliance-Reflex, nicht als Krypto-Show.







