Die USA haben den Gesetzentwurf des American Reserve Modernization Act of 2026, kurz H.R. 8957, im US-Ausschuss diskutiert und für die weitere Bearbeitung weitergeleitet. Dabei geht es erstmals um einen konkreten Gesetzestext, der weitere Details zum Aufbau einer strategischen Bitcoin-Reserve in den USA regeln soll.
Laut neuesten Angaben von Arkham belaufen sich die Bitcoin-Bestände der US-Regierung derzeit auf schätzungsweise 324.000 bis 328.000 BTC. Nach aktuellem Bitcoin-Kurs entspricht dies einem Gegenwert von knapp 24 bis 26 Milliarden USD.
Bislang basiert die strategische Bitcoin-Reserve ausschließlich auf einer Executive Order von Donald Trump. Diese Rechtsanweisung kann vom nächsten Präsidenten innerhalb von 24 Stunden abgeschafft werden, sofern es kein geltendes Gesetz gibt. H.R. 8957 soll die Gesetzesgrundlage zur Schließung dieser gesetzlichen Schwachstelle liefern.
Aktuell werden Zuständigkeiten zwischen dem Finanzministerium und dem Handelsministerium ausgelotet, um eine solide und rechtlich stabile Gesetzesgrundlage zu etablieren. Heute wurde bekannt, dass Coinbase dabei eine wichtige Rolle spielen soll.
Coinbase als wichtiges Bindeglied und potenzieller Verwahrer
Faryar Shirzad, seines Zeichens Chief Policy Officer bei Coinbase, führt in einem neuen Interview mit Bitcoin Magazine aus, dass derzeit wichtige Gespräche mit US-Behörden stattfinden, um größtmögliche Sicherheit und Transparenz sowohl für die Regierung als auch für die Steuerzahler zu gewährleisten. Coinbase arbeitet dabei insgesamt mit mehr als 150 beteiligten Behörden zusammen.
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Shirzad beschreibt, dass die Umsetzung der Bitcoin-Reserve höchste Priorität hat:
“Die Bitcoin-Reserve ist für uns eine Priorität, auch im Hinblick auf die Gespräche, die wir mit den Behörden führen, sowohl mit dem Finanzministerium als auch mit dem Handelsministerium.”
Die Angelegenheit ist ausgesprochen wichtig, da viele Amerikaner Kryptowährungen besitzen:
“60 bis 70 Millionen Amerikaner besitzen Kryptowährungen, und ein großer Teil davon entfällt auf Bitcoin. Ich habe ein sehr gutes Gefühl dabei, wohin wir uns entwickeln.”
Coinbase fungiert bereits seit dem Jahr 2024 als offizieller Verwahrer beschlagnahmter Bitcoin und Kryptowährungen für die US-Bundesbehörde U.S. Marshals Service. Das US-Justizministerium wählte Coinbase Prime nach einem Auswahlverfahren für die Verwahrung und den Handel sogenannter „Class 1“-Digital-Assets aus.
Dabei handelt es sich unter anderem um größere Kryptowährungsbestände aus staatlichen Beschlagnahmungs- und Einziehungsverfahren. Auch 2026 wurden erneut umfangreiche staatliche Kryptobestände an Coinbase Prime übertragen.
Im Juli wurden rund 3.800 BTC sowie 30.000 ETH aus verschiedenen Beschlagnahmungsverfahren an Coinbase Prime transferiert. Eine solche Übertragung bedeutet allerdings nicht automatisch, dass die Vermögenswerte verkauft werden. Coinbase Prime übernimmt für die Regierung auch Verwahrungs- und Verwaltungsfunktionen.
Der aktuelle Gesetzestext von H.R. 8957 benennt Coinbase bislang nicht als exklusiven Verwahrer der strategischen Bitcoin-Reserve. Aufgrund der bestehenden Zusammenarbeit mit dem U.S. Marshals Service und der institutionellen Verwahrungsinfrastruktur gehört Coinbase jedoch zu den Unternehmen, die für entsprechende staatliche Dienstleistungen am besten geeignet erscheinen.
In dem mehr als zweistündigen Interview erklärt Shirzad auch im Detail, dass es bislang keinen finalen Auftrag der US-Regierung für die Verwahrung der Bitcoin-Reserve oder zukünftige Bitcoin-Käufe im Auftrag der Regierung gibt. Coinbase will sich stattdessen weitaus stärker in den regulatorischen Austausch einbringen, da der Clarity Act vorerst gescheitert ist:
“Gleichzeitig geht es natürlich darum, so viel wie möglich von dem, was im Clarity Act vorgesehen war, über den regulatorischen Prozess umzusetzen.”
🇺🇸 Coinbase: "Die Umsetzung der strategischen Bitcoin-Reserve hat höchste Priorität."
Dazu steht die Börse in direktem Austausch mit US-Behörden. 🚀
Alle Info's zur weiteren Umsetzung: https://t.co/HaKPoH1zj0#Bitcoin #BTC #Coinbase #Krypto pic.twitter.com/cQJ5rGKA1X
— Kryptorevolution (@realkryptorevo) September 20, 2026
Bekannte Details von H.R. 8957 zum Redaktionszeitpunkt
Der Gesetzentwurf sieht vor, innerhalb von 180 Tagen nach Inkrafttreten beim Finanzministerium eine strategische Bitcoin-Reserve sowie ein “Digital Asset Stockpile” (alle Kryptowährungen außer Bitcoin) einzurichten. Als potenzielle Altcoins nannte Trump öffentlich bereits ETH, XRP, SOL und ADA.
Parallel dazu werden Bundesbehörden angewiesen, in regelmäßigen Abständen ihre Bitcoin- und Krypto-Bestände vollständig und transparent offenzulegen und qualifizierte Bestände an die zuständige Bundesbehörde zu übertragen.
Weiterhin gilt eine Mindesthaltedauer von 20 Jahren. Außerdem sind Verkäufe, Tauschgeschäfte oder Verpfändungen dieser Bestände ausdrücklich untersagt. Zusätzlich schreibt der Entwurf ein öffentliches Proof-of-Reserve-System mit jährlichen Berichten und unabhängiger Prüfung vor.
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Ein weiterer zentraler Arbeitsauftrag für das Finanz- und Handelsministerium besteht darin, binnen 180 Tagen zu untersuchen, ob und wie zusätzliche Bitcoin haushaltsneutral erworben werden können.
Du kannst das komplette Interview von Bitcoin Magazine hier anschauen:












