Google Cloud hat vor wenigen Stunden seine neue Krypto-Sicherheitslösung Google Multi-Party Compute (MPC) vorgestellt. Die Technologie richtet sich an Banken und Finanzinstitute, die Bitcoin, andere Kryptowährungen und tokenisierte Vermögenswerte verwahren oder übertragen wollen.
Google will private Schlüssel auf mehrere Systeme verteilen
Google setzt für den neuen Verwahrungsdienst auf Multi-Party Computation, kurz MPC. Dabei werden kryptografische Schlüsselanteile auf unterschiedliche Systeme verteilt. Transaktionen lassen sich nur autorisieren, wenn mehrere Beteiligte mit ihren jeweiligen Anteilen zur Signatur beitragen.
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Ein Finanzinstitut könnte beispielsweise einen Schlüsselanteil in Google Cloud, einen weiteren im eigenen Rechenzentrum und einen dritten bei einem anderen Cloudanbieter hinterlegen.
Zusätzlich sollen Banken festlegen können, welche Wallet-Adressen zulässig sind, welche Überweisungslimits gelten und wie viele Genehmigungen für eine Transaktion erforderlich sind.
Rich Widmann, Direktor für digitale Vermögenswerte bei Google Cloud, erklärt dazu:
“Die zunehmende Akzeptanz digitaler Vermögenswerte und die Tokenisierung stehen an einem entscheidenden Wendepunkt. Während regulierte Finanzinstitute damit beginnen, Blockchain-Technologien und Tokenisierungslösungen einzusetzen, benötigen sie eine skalierbare, praxiserprobte Infrastruktur, um die Vermögenswerte ihrer Kunden zuverlässig und sicher zu verwahren.”
Alphabet nutzt die Technologie bereits – kommerzieller Start Anfang 2027
Der neue Dienst befindet sich derzeit in einer geschlossenen Testphase. Mehrere große Finanzinstitute und Entwicklungspartner erproben die Sicherheitsarchitektur bereits. Namen wurden bislang nicht veröffentlicht.
Auch Googles Mutterkonzern Alphabet nutzt das System nach eigenen Angaben bereits, um digitale Vermögenswerte auf Ethereum und Solana abzusichern. Welche Token und Bestände betroffen sind, ist nicht bekannt.
Die Technologie soll ECDSA- und Ed25519-Signaturen unterstützen. ECDSA kommt unter anderem bei Bitcoin zum Einsatz. Eine vollständige Unterstützung sämtlicher Bitcoin-Signaturverfahren ist damit allerdings noch nicht bestätigt.
Die kommerzielle Einführung des Dienstes ist für Anfang 2027 vorgesehen. Angaben zur Preisgestaltung hat Google bislang nicht gemacht. Mit dem geplanten Angebot positioniert sich der Konzern in einem Markt, in dem Unternehmen wie Fireblocks, BitGo und Fordefi bereits Sicherheits- und Verwahrungslösungen für institutionelle Kunden bereitstellen.
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Perspektivisch soll die Technologie auch quantenresistente Signaturverfahren unterstützen, um kryptografische Schlüssel vor künftigen Angriffen durch Quantencomputer zu schützen. Wann diese Funktion verfügbar sein wird, ließ Google bislang offen.













