Tom Lee warnt, dass Quantencomputer Bitcoin innerhalb der nächsten zwei Jahre knacken könnten. Laut einer neuen Analyse wären davon mehr als sechs Millionen BTC betroffen. Um mögliche Angriffe abzuwehren, wurde am 15. Oktober 2026 die Quantum Alliance gegründet.

Neue Allianz will Bitcoin vor Quantenangriffen schützen

Nach Angaben der Allianz sind die öffentlichen Schlüssel von rund 6,4 Millionen BTC bereits offengelegt. Das entspricht etwa 30,2 Prozent des gesamten Bitcoin-Angebots. Darunter befinden sich schätzungsweise 1,1 Millionen BTC, die dem Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto zugeschrieben werden.

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Christopher Smith, Geschäftsführer der Blockchain Quantus, sieht insbesondere bei bislang unberührten Bitcoin-Beständen ein Risiko:

„Das wahrscheinlichste Szenario ist, dass derjenige, der zuerst über einen kryptografisch relevanten Quantencomputer verfügt, sich diese Bitcoin aneignet. Vermutlich sogar mit Zustimmung der jeweiligen Regierung.“

Technisch könnten ausreichend leistungsfähige Quantencomputer aus öffentlich bekannten Schlüsseln die zugehörigen privaten Schlüssel berechnen. Damit wären Angreifer theoretisch in der Lage, fremde Bitcoin zu übertragen.

Bislang existiert allerdings kein Quantencomputer, der dazu nachweislich fähig ist.

Richard Carback, Technologiechef von Postquant Labs, hält 2028 dennoch für einen realistischen Zeitpunkt. Bryn Bennett, Chief Revenue Officer bei The Vault, warnt dagegen vor festen Prognosen:

„Niemand kennt das genaue Datum. Aber die Prognosen rücken den Zeitpunkt immer näher, und auf dieses Risiko können wir uns schon heute vorbereiten. Für Verwahrer ist nicht entscheidend, ob es 2028 oder 2035 so weit ist, sondern ob sie ihre Bestände rechtzeitig migrieren können, falls die Technologie früher verfügbar wird.“

Einfrieren oder schützen: Streit um Satoshis Bitcoin

Die mögliche Bedrohung wirft eine weitere Frage auf: Sollten besonders gefährdete Bitcoin vorsorglich eingefroren werden?

Binance-Gründer Changpeng Zhao hatte bereits vorgeschlagen, Satoshis Bestände gegebenenfalls zu sperren. Auch Bitcoin-Entwickler Jameson Lopp sprach sich für Einschränkungen bei gefährdeten Coins aus.

Bennett sieht darin jedoch einen erheblichen Eingriff in die Grundprinzipien des Netzwerks:

„Jede Sperre würde das Quantenrisiko gegen einen Präzedenzfall bei Eigentumsrechten und Neutralität eintauschen.“

Carback bevorzugt dagegen eine Übertragung gefährdeter Bestände auf sichere Adressen. Denkbar sei auch eine treuhänderische Lösung, bei der Eigentümer ihre Bitcoin nach entsprechendem Nachweis zurückfordern könnten.

Für eine dauerhafte technische Absicherung müsste Bitcoin seine bisherigen digitalen Signaturverfahren durch quantenresistente Alternativen ersetzen oder ergänzen. Das würde die Zusammenarbeit von Entwicklern, Minern, Börsen und Wallet-Anbietern erfordern.

Größere Signaturen könnten allerdings zusätzliche Blockchain-Kapazität beanspruchen und die Transaktionsgebühren erhöhen.

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Die Quantum Alliance, zu deren Mitgliedern Hacken, die Midnight Foundation, Quantus und Postquant Labs gehören, plant gemeinsame Sicherheitstests und technische Empfehlungen für die Umstellung bestehender Netzwerke.

Auch große Finanzunternehmen reagieren auf die Quantenbedrohung. BlackRock, Strategy und Coinbase haben sich mit weiteren Unternehmen im Bitcoin Security Consortium zusammengeschlossen. Insgesamt sollen 15 Millionen US-Dollar über drei Jahre in Sicherheitsforschung und quantenresistente Kryptografie fließen.

Parallel entwickelt StarkWare mit Quantum-Safe Bitcoin (QSB) eine Schutztechnologie. Im August gelang nach Unternehmensangaben die Bestätigung einer quantensicher konstruierten Bitcoin-Transaktion im Mainnet, ohne die bestehenden Konsensregeln zu verändern. Bereits gefährdete Wallets schützt das Verfahren jedoch nicht automatisch.