Vor wenigen Minuten hat Strategy eine Kooperation mit BlackRock, Coinbase und weiteren Milliardenschweren Finanzkonzernen bekanntgegeben. Das gemeinsame Ziel ist die langfristige Absicherung des Bitcoin-Netzwerks gegen moderne Bedrohungen wie leistungsfähige Quantencomputer.

Zu den Gründungsmitgliedern des sogenannten “Bitcoin Security Consortium” gehören Anchorage Digital, ARK Invest, BlackRock, Block, Blockstream, Coinbase, Fidelity Digital Assets, Galaxy und Strategy. Gemeinsam haben sie Finanzierungszusagen von insgesamt 15 Millionen US-Dollar für die kommenden drei Jahre abgegeben.

Die Finanzmittel werden allerdings nicht zentral verwaltet. Jedes Unternehmen entscheidet selbst, welche Entwickler, Forscher oder Organisationen mit dem Geld unterstützt werden. Damit soll die bestehende Struktur der dezentralen Bitcoin-Entwicklung erhalten bleiben.

Stragey CEO Phong Le führt aus, dass Stragey als größtes börsennotiertes Bitcoin-Treasury-Unternehmen der Welt ein starkes Interesse an der zukünftigen Sicherheit des Bitcoin-Protokolls hat:

“Als Langzeitinvestoren haben wir jedes Interesse daran, dass Bitcoin über Generationen hinweg sicher bleibt. Die Menschen, die diese Arbeit leisten, finanziell zu unterstützen und zur Diskussion darüber beizutragen, ist für uns eine naheliegende Möglichkeit, unseren Beitrag zu leisten.”

Keine Kontrolle über das Bitcoin-Protokoll

Die laufende Koordination übernimmt Mike Schmidt, Geschäftsführer der gemeinnützigen Entwicklerorganisation Brink. Er ist nach Angaben des Konsortiums ehrenamtlich tätig.

Das Bündnis will keine Änderungen am Bitcoin-Protokoll vorgeben und auch keine Position zu einzelnen technischen Vorschlägen einnehmen. Stattdessen orientiert es sich an etablierten Modellen aus der Open-Source-Wirtschaft, bei denen Unternehmen Projekte finanzieren, von denen ihre eigene Infrastruktur abhängt.

Das ist ein wichtiger Unterschied. Gerade bei Bitcoin reagieren Entwickler und Nutzer empfindlich auf den Eindruck, einzelne Konzerne könnten technische Entscheidungen beeinflussen.

Robert Mitchnick, Global Head of Digital Assets bei BlackRock, sichert die finanzielle Unterstützung des Konzerns für die Weiterentwicklung der Sicherheit von Bitcoin gegenüber Quantencomputer und anderen Risiken zu:

“Die Entwickler von Bitcoin Core leisten unglaublich wichtige Arbeit, und wir freuen uns, dass unser Unternehmen und die anderen Mitglieder dieser Gruppe nun erhebliche zusätzliche Mittel bereitstellen werden, um die langfristigen Sicherheitsanforderungen von Bitcoin zu unterstützen.”

Quantenrisiko bedroht Millionen von BTC-Wallets

Ein Teil der Finanzierung soll in Forschung zu Post-Quanten-Kryptografie fließen. Derzeit existieren keine Quantencomputer, die Bitcoins kryptografische Verfahren praktisch brechen könnten. Die Entwicklung geeigneter Schutzmechanismen benötigt jedoch Zeit, einschließlich Tests, öffentlicher Debatten und möglicher Netzwerk-Upgrades.

Laut dem Branchenanalyst und CEO von Quantus Christopher Smith sollte man schon längst an einer Lösung arbeiten, da der technische Fortschritt oft schneller voranscheitet als gedacht:

“Das Problem bei einem solchen Katastrophenszenario ist, dass es viel früher eintritt, als wir denken.”

Adam Back, Gründungsmitglied des Bitcoin Security Consortium, weist mit Nachdruck darauf hin, dass eine gute Vorbereitung wichtiger ist als im Ernstfall operativ ohne große Lösung etwas schnell bauen zu müssen:

“Ich halte leistungsfähige Quantencomputer zwar noch nicht für eine akute Gefahr, Spreche mich aber dennoch dafür aus, Bitcoin schrittweise auf quantenresistente Kryptografie vorzubereiten, statt erst im Ernstfall unvorbereitet reagieren zu müssen.”

Als besonders gefährdet gelten Bitcoins, deren öffentliche Schlüssel bereits sichtbar sind. Ein ausreichend leistungsfähiger Quantencomputer könnte theoretisch aus diesen Schlüsseln die privaten Schlüssel berechnen und damit fremde Guthaben übertragen.

Zudem könnten Angreifer versuchen, Transaktionen während ihrer Bestätigung zu manipulieren. Noch ist diese Rechenleistung nicht verfügbar. Weil die Umstellung auf quantenresistente Signaturen jedoch jahrelange Entwicklung, Tests und die Zustimmung des Netzwerks erfordernt, beginnt die Branche schon heute mit den Vorbereitungen.