Pakistans Staatsminister Bilal Bin Saqib hat am Rande einer UN-Veranstaltung in New York die strategische Bitcoin-Reserve seines Landes verteidigt. Seine Aussagen geben einen Einblick in die langfristige Strategie.

Pakistan hält an staatlicher Bitcoin-Reserve fest

Bin Saqib, zugleich Vorsitzender der pakistanischen Aufsicht für virtuelle Vermögenswerte (PVARA), nahm am 21. September am Digital Cooperation Day der Vereinten Nationen teil. Auf dem Podium ging es laut Forbes um Pakistans Regulierung digitaler Vermögenswerte und Tokenisierung. Seine ausführlichen Aussagen zur Bitcoin-Reserve machte er in einem Interview mit dem Magazin.

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Der Plan ist älter als die Veranstaltung: Bereits Ende Mai 2025 hatte Bin Saqib auf der Bitcoin-Konferenz in Las Vegas eine staatlich geführte Reserve angekündigt. Damals stellte Pakistan auch eine nationale Wallet für digitale Vermögenswerte in staatlicher Verwahrung in Aussicht. Bin Saqib erklärte rückblickend:

„Wir haben unsere eigene strategische Bitcoin-Reserve angekündigt. Der Gedanke dahinter ist: Wenn alle großen Institutionen und andere Staaten Bitcoin erwerben, warum sollte Pakistan dann zurückbleiben?“

Pakistan wolle sich auf ein Finanzsystem vorbereiten, dessen künftige Gestalt noch offen sei:

„Niemand weiß, wie die Finanzstruktur im Jahr 2080 aussehen wird, und wir müssen uns darauf vorbereiten. Wir müssen schon jetzt dafür die Grundlagen schaffen […] und unsere Institutionen damit vertraut machen.“

Sein Argument zielt damit auf staatliche Handlungsfähigkeit. Auf die Frage, ob Bitcoin 2080 eine größere Rolle spielen werde, legte er sich nicht fest. Bin Saqib sagte:

„Ich weiß nicht, wie die Zukunft aussehen wird […], aber wir sollten Kapazitäten aufbauen und eigenes institutionelles Wissen über die aktuellen Entwicklungen schaffen, damit wir uns vorbereiten können.“

Eine Bitcoin-Bestandsmeldung gibt es aber immer noch nicht. Bin Saqib nannte erneut weder eine Menge staatlich gehaltener Bitcoin noch einen Kaufzeitpunkt.

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Pakistans Finanzminister Muhammad Aurangzeb sprach auf der Veranstaltung vor allem über die Regulierung digitaler Vermögenswerte in dem Land und mögliche Anwendungen der Tokenisierung für Überweisungen, kleine Unternehmen und Staatsanleihen.

Bitcoin und Stablecoins als konkurrierende Modelle

Auf demselben Podium diskutierten auch Paystand-Chef Jeremy Almond und Circle-Chef Jeremy Allaire. Während Allaire auf die wachsende Nutzung von Dollar-Stablecoins verwies, stellte Almond die Eigentums- und Kontrollfrage.

Stablecoins hätten private Emittenten, während Bitcoin als offenes Netzwerk zugänglich sei. Dabei lehnt Almond Stablecoins nicht grundsätzlich ab. Sein Unternehmen bietet selbst einen Dollar-Stablecoin an.

Im Forbes-Interview zog Almond einen Vergleich zwischen Bitcoin und der frühen Entwicklung des Internets:

„Ich denke, Sie werden mir heute zustimmen, dass es besser ist, dass das Internet dezentral geblieben ist und keinen Eigentümer hat – anstatt dass AOL und CompuServe das Internet wären. Unser Argument lautet daher: Es ist gut für die Welt und für die Wirtschaft, über ein offenes Geldnetzwerk zu verfügen – eines, auf dem bei Bedarf auch Stablecoins aufgebaut werden können. Und es gibt weltweit nur ein einziges Instrument, das dies ermöglicht: die Bitcoin-Blockchain.“