Tom Lee, seines Zeichens Mitgründer von Fundstrat Global Advisors, führt aus, dass Quantencomputer in zwei Jahren in der Lage sein könnten, die Verschlüsselung von Kryptowährungen wie Bitcoin zu knacken.
Das Blockchain-Unternehmen Ripple bereitet sich laut einem jüngsten Interview mit dem Senior Director of Engineering von Ripple, Ayo Akinyele, in einem Vier-Stufen-Plan Schritt für Schritt darauf vor.
Ripples Vier-Stufen-Plan für Quantenschutz
Akinyele führt aus, dass die Vermögenswerte der Nutzer des XRP Ledgers bereits im Vorfeld geschützt werden müssen und nicht erst im Akutfall:
“Es geht vielmehr darum, sicherzustellen, dass sich die kritische Finanzinfrastruktur schon lange vor diesem Zeitpunkt weiterentwickeln kann, ohne dass die Systeme, Vermögenswerte und Nutzer, die davon abhängig sind, beeinträchtigt werden.”
Sobald Quantencomputer die kryptografische Verschlüsselung aufbrechen können, haben Angreifer vermeintlich leichtes Spiel. In bestimmten Fällen können Hacker aus öffentlich verfügbaren Informationen private Schlüssel ableiten und damit Zugriff auf digitale Vermögenswerte wie zum Beispiel BTC oder XRP erhalten.
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Dafür hat Ripple einen vierstufigen Migrationsprozess entwickelt, der in den nächsten zwei Jahren vollständig umgesetzt werden soll. Die folgende Abbildung zeigt den gesamten Plan:

Der erste Schritt besteht darin, jene Bereiche des XRP Ledgers zu identifizieren, die gegenüber Quantenangriffen besonders exponiert wären. Danach sollen alternative kryptografische Verfahren unter der heutigen Netzwerklast getestet werden. Später ist ein Parallelbetrieb vorgesehen, bevor eine umfassendere Migration erfolgt.
Dieser mehrstufige Upgradeprozess ist weit mehr als nur eine einfache Implementierung, da die technischen Anforderungen der extrem hohen Rechenleistung standhalten müssen. Akinyele beschreibt dies im Detail:
“Diese Modernisierung wird weit über den bloßen Austausch eines kryptografischen Algorithmus gegen einen anderen hinausgehen. Sie erfordert eine agilere Infrastruktur, ein stärkeres Schlüsselmanagement, klarere Modernisierungspfade und Systeme, die sich weiterentwickeln können, ohne die von ihnen unterstützten Finanzaktivitäten zu beeinträchtigen.”
Akinyele erklärt, dass der XRP Ledger bereits eine Eigenschaft besitzt, die den Übergang zu einem quantensicheren Blockchain-Netzwerk erleichtert: Kontoinhaber können ihre Schlüssel austauschen, ohne das zugrunde liegende Konto wechseln zu müssen.
Eine breitere Änderung der Transaktionsregeln würde dennoch die Koordination der unabhängigen Validatoren erfordern.
KI beschleunigt die Sicherheitsdebatte
Durch den Einsatz künstlicher Intelligenz können Schwachstellen schneller ausfindig gemacht werden.
Auf der anderen Seite erhöht dies jedoch auch die Entwicklungsgeschwindigkeit von Quantencomputern und verkürzt damit die Zeit für Entwickler wie Akinyele, bis ein System stehen muss, um den quantensicheren Betrieb des XRPL abzusichern.
Der Ripple-Entwickler sagte:
“KI sorgt für mehr Automatisierung und zunehmend autonome wirtschaftliche Aktivitäten, während Quantencomputing die Branche dazu zwingt, weiter vorauszudenken, wenn es um die Absicherung dieser Systeme geht.”
Dieser Wandel zeigt sich bereits im Zahlungsverkehr. KI-Agenten beginnen, selbstständig Transaktionen auszuführen und Dienstleistungen zu bezahlen, ohne dass ein Mensch jeden einzelnen Vorgang freigeben muss:
“Gerade bei Finanzdienstleistungen sehen wir diesen Wandel bereits bei sogenannten agentischen Zahlungen, bei denen KI-Agenten autonom Transaktionen durchführen und für Dienstleistungen bezahlen können. Das stellt neue Anforderungen an eine dauerhaft verfügbare, internet-native Zahlungsinfrastruktur.”
Quantenforschung wird proaktiv vorangetrieben
Wie wir bereits berichteten, haben sich BlackRock, Strategy, Coinbase und weitere Schwergewichte der Branche zusammengeschlossen, um in den nächsten Jahren mehr als 15 Millionen USD in die Quantenforschung für Bitcoin zu investieren.
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Darüber hinaus konnte StarkWare vor wenigen Tagen erfolgreich die erste quantensichere Transaktion auf der Bitcoin-Blockchain abwickeln. Dieser vermeintlich erfolgreiche Test zeigt, dass es bereits gangbare Möglichkeiten gibt, diese jedoch noch nicht für den täglichen Einsatz geeignet sind.













