Das IOTA-basierte DeFi-Protokoll Virtue hat ein neues Recovery-Package auf dem Mainnet veröffentlicht. Der Code könnte es den Betreibern ermöglichen, neue VUSD zu prägen und diese direkt zugunsten betroffener Nutzer in den Stability Pool einzuzahlen.

Eine Analyse der On-Chain-Daten zeigt allerdings: Bislang wurde keine solche Entschädigung ausgeführt. Zudem ist das neue Modul derzeit nicht im VUSD-Treasury registriert. In seinem aktuellen Zustand kann es deshalb noch keine VUSD prägen.

Virtue veröffentlicht Recovery-Code auf IOTA

Der Code wurde am 17. September 2026 um 15:47:16 Uhr deutscher Zeit auf dem IOTA-Mainnet veröffentlicht. Er enthält die beiden Move-Module recovery und recovery_events.

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Die zentrale Funktion trägt den Namen mint. Sie nimmt eine Empfängeradresse und einen VUSD-Betrag entgegen, prägt die entsprechenden Token über Virtues Treasury und zahlt sie anschließend in die Stability-Pool-Position des Begünstigten ein. Zusätzlich enthält das Package eine Funktion, mit der VUSD wieder verbrannt werden können.

Entscheidend ist allerdings nicht allein, dass der Code auf dem Mainnet liegt. Virtues VUSD-Treasury verwaltet eine Liste zugelassener Module, Versionen und individueller Angebotsgrenzen.

Die aktuelle Treasury-Konfiguration enthält keinen Eintrag für den neuen Modultyp recovery::VirtueRecovery. Auch ein Supply-Limit und eine freigeschaltete Version fehlen. Ein unmittelbarer Aufruf von mint() würde daher an der Autorisierungsprüfung des VUSD-Treasurys scheitern.

Der Inhaber der AdminCap könnte das Recovery-Modul später registrieren, eine Version freischalten und eine Obergrenze für die Ausgabe festlegen. Diese Schritte wären grundsätzlich auch zusammen mit einer ersten Auszahlung innerhalb einer programmierbaren Transaktion möglich. On-Chain ist eine solche Aktivierung bisher aber nicht zu erkennen.

Damit handelt es sich derzeit um eine vorbereitete, aber noch nicht scharf geschaltete Recovery-Infrastruktur.

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Bis zum 18. September wurden weder erfolgreiche Aufrufe der Recovery-Funktion noch entsprechende RecoveryMint-Events registriert. Es wurden somit noch keine Entschädigungen über das neue Modul ausgezahlt.

Technische Vorbereitung nach dem Oracle-Angriff

Wie wir berichteten, war Virtue am 28. August Opfer einer Oracle-Manipulation geworden. Der Angreifer konnte 4,94 Millionen VUSD gegen lediglich 1,027 IOTA prägen. Gleichzeitig löste die fehlerhafte Preisübermittlung 47 Liquidationen aus, von denen 45 Nutzer betroffen waren.

Im später vorgestellten Recovery-Plan stellte das Team zwei Varianten zur Diskussion: die Rekonstruktion der ursprünglichen Positionen sowie eine Entschädigung anhand des Nettovermögenswertes. In der IOTA-Community wird derzeit heiß über die Grundsatzfrage diskutiert, welcher Vorschlag umgesetzt werden soll.

Das neue Package beweist nicht, welcher der beiden Pläne jetzt umgesetzt werden soll. Es eröffnet jedoch technisch einen weiteren Auszahlungspfad über VUSD. Bis zum Redaktionszeitpunkt hat Virtue den neuen Code noch nicht öffentlich erläutert.