Das IOTA-DeFi-Protokoll Virtue will alle 45 Nutzer entschädigen, deren Positionen beim Oracle-Angriff vom 28. August liquidiert wurden. Der vor wenigen Stunden auf X veröffentlichte Wiederherstellungsplan sieht zwei mögliche Lösungen vor: Entweder werden die ursprünglichen Positionen vollständig rekonstruiert oder ihr damaliger Nettowert wird in IOTA ausgezahlt.
Das Protokoll bleibt aber weiter eingefroren. Ein schrittweiser Neustart ist für Oktober vorgesehen.
Wie wir berichteten, hatte der Angreifer den IOTA-Kurs auf Virtue zunächst auf zehn Millionen US-Dollar manipuliert und anschließend stark fallen lassen. Dadurch kam es zu 47 Liquidationen, die 45 Nutzer betrafen.
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Insgesamt wurden Sicherheiten im Wert von etwa 23,2 Millionen IOTA eingezogen und rund 455.000 VUSD-Schulden gelöscht. Vor dem Hack waren die Sicherheiten rund 905.000 US-Dollar wert.
19,17 Millionen IOTA sind blockiert
Virtue konnte rund 19,17 Millionen IOTA aus dem Besitz des Angreifers zurückverfolgen. Davon liegen 11,17 Millionen auf gesperrten On-Chain-Adressen, fünf Millionen bei KuCoin und drei Millionen bei StealthEX. Virtue schreibt:
„Rund 19,17 Millionen IOTA aus dem Besitz des Angreifers wurden zurückverfolgt und gesperrt. Gesperrt bedeutet jedoch nicht zurückerlangt. Nichts davon befindet sich bislang in einer von Virtue kontrollierten Recovery-Verwahrung.“
Zusätzlich verteilten die Liquidationen rund 6,32 Millionen IOTA an angriffsbedingten Ausschüttungen auf 53 andere Positionen im Stability Pool. Fast alle davon (rund 6,31 Millionen) wurden noch nicht abgerufen und sollen rückgängig gemacht werden. Bei bereits ausgezahlten Beträgen will Virtue eine mögliche Lücke selbst tragen.
Regulären Einlegern wurden während der Liquidationen außerdem rund 113.000 VUSD entzogen. Virtue will diesen Betrag bis zum 16. September vollständig ersetzen.
Der bevorzugte Plan A rekonstruiert jede betroffene Position so wie vor dem Angriff. Dafür sollen insgesamt 23,2 Millionen IOTA als Sicherheit hinterlegt und die ursprünglichen Schulden von rund 455.000 VUSD wiederhergestellt werden. Zinsen aus dem Zeitraum nach dem Angriff sowie spätere Erträge von stIOTA und vIOTA werden nicht berücksichtigt.
Die neuen Positionen würden direkt an die damaligen Adressen übertragen. Nutzer müssten weder einen Antrag stellen noch eine Transaktion signieren.
Voraussetzung ist unter anderem, dass die IOTA-Community-Validatoren dem Umgang mit den gesperrten Vermögenswerten zustimmen. Zudem müssen die Bestände von den beteiligten Plattformen rechtmäßig in die Recovery-Verwahrung gelangen und für alle 45 Positionen ausreichen.
Ko-Wei Tseng, Asia Ecosystem Lead bei der IOTA-Stiftung, kommentierte via X:
„Plan A erfordert, dass die Community-Validatoren von IOTA dem Umgang mit den blockierten Vermögenswerten zustimmen. Das ist ein echter Zielkonflikt zwischen Dezentralisierung und der vollständigen Entschädigung aller Betroffenen, der eine ernsthafte Diskussion verdient. Virtue stellt die Anfrage als einmalige, eng begrenzte und on-chain überprüfbare Maßnahme dar.“
Sollte die Community den Vorschlag ablehnen oder sollten nicht genügend Vermögenswerte zurückfließen, greift Plan B. Virtue würde dann jedem Nutzer den Nettowert seiner Position vor der Liquidation in IOTA auszahlen.
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Dieser Wert ergibt sich aus dem damaligen Wert der Sicherheiten abzüglich der VUSD-Schulden. Für alle betroffenen Positionen zusammen schätzt Virtue die Auszahlung auf rund 11,54 Millionen IOTA.
VUSD bleibt vorerst nicht vollständig gedeckt
Auf den Adressen des Angreifers liegen weiterhin rund 4,15 Millionen VUSD. Die Token sind zwar blockiert, wurden aber nicht vernichtet und zählen weiterhin zum ausstehenden Angebot. Virtue erklärt:
„Virtue wird VUSD erst dann wieder als vollständig gedeckt bezeichnen, wenn die Vermögenswerte zurückgeführt, die VUSD des Angreifers behandelt, der Stability Pool aufgefüllt und das gesamte Angebot abgeglichen wurden. Vor dem Neustart soll eine überprüfbare Abrechnung veröffentlicht werden.“
Vor dem geplanten Neustart im Oktober will Virtue ein umfangreiches Update bringen. Die Nutzer müssen derzeit nichts unternehmen. Virtue warnt: Aufforderungen, einen Antrag einzureichen, eine Recovery-Transaktion zu signieren oder Seed-Phrasen preiszugeben, sind Betrugsversuche.











