Bitcoin testete erneut die Marke von 87.000 US-Dollar, konnte den Vorstoß aber nicht halten. Gleichzeitig verloren die US-Spot-ETFs nach der Milliardenwoche deutlich an Dynamik. Bei den Altcoins sorgten Ripples Brasilien-Projekt, Evernorths geplanter Nasdaq-Start und neue Entwicklungen bei Cardano, IOTA und Hyperliquid für Schlagzeilen.
In Deutschland rückte die Auseinandersetzung um die Krypto-Haltefrist einen Schritt näher an konkrete politische Entscheidungen. Das waren die wichtigsten Themen auf Kryptorevolution vom 28. September bis zum 3. Oktober 2026.
Bitcoin testet 87.000 Dollar und fällt wieder zurück
Nach dem kräftigen Anstieg der Vorwoche fehlte Bitcoin zunächst die Anschlussbewegung. BTC fiel zum Wochenauftakt zeitweise bis auf rund 82.600 Dollar. Am Freitag erreichte der Kurs wieder etwa 87.100 Dollar, gab die Gewinne anschließend jedoch weitgehend ab. Beim Datenabruf am Samstag notierte Bitcoin bei rund 84.700 Dollar.
Zwischenzeitlichen Rückenwind lieferten die am Mittwoch veröffentlichten US-Inflationsdaten. Die PCE-Kerninflation stieg im August um 0,2 Prozent zum Vormonat und damit weniger als erwartet. Am Donnerstag unterstützten sinkende Anleiherenditen und zurückhaltende Äußerungen von Fed-Vizechef Philip Jefferson die Erholung.
Eine Schwachstelle bleibt die Spotnachfrage. Wie unsere Bitcoin-Analyse vom Freitag zeigt, warnte CryptoQuant-Analyst Darkfost vor der starken Dominanz des Futures-Handels. Charttechnisch stehen weiter 87.000 bis 87.300 Dollar auf der Oberseite und die Zone um 82.800 bis 83.000 Dollar auf der Unterseite im Fokus. Ein nachhaltiger Ausbruch nach oben ist bislang ausgeblieben.
Bitcoin-ETFs: Nach 2,39 Milliarden Dollar bleiben vorläufig 82,9 Millionen
Bei den US-Spot-Bitcoin-ETFs kühlte die Nachfrage deutlich ab. Nach rund 2,39 Milliarden Dollar in der Vorwoche ergeben die bislang vorliegenden Farside-Daten für den 28. September bis 2. Oktober lediglich 82,9 Millionen Dollar Nettozuflüsse.
Am Montag flossen 31 Millionen Dollar zu, am Dienstag 66,2 Millionen. Mittwoch folgten Abflüsse von 148,7 Millionen Dollar, bevor Donnerstag wieder 102,7 Millionen Dollar hinzukamen. Für Freitag weist die Tabelle bisher 31,7 Millionen Dollar Zuflüsse aus. Die Meldung für BlackRocks IBIT fehlte beim Abruf noch, weshalb die Wochensumme vorläufig bleibt.
Besonders deutlich war die Konzentration am Donnerstag: IBIT sammelte allein 195,6 Millionen Dollar ein, während unter anderem Fidelitys FBTC und Grayscales GBTC Mittel verloren. Die positive Tagesbilanz verdeckt damit erhebliche Unterschiede zwischen den Produkten.
Bei den US-Ethereum-ETFs fällt die Zwischenbilanz schwächer aus. Die bisher gemeldeten Tageswerte summieren sich auf 118 Millionen Dollar Nettoabflüsse. Auch hier fehlten am Freitag noch BlackRock-Meldungen. Eine endgültige Wochenbilanz lag damit für beide ETF-Gruppen noch nicht vor.
Krypto-Haltefrist: Das politische Zeitfenster wird enger
Das Bundesfinanzministerium hat den Referentenentwurf zur Neuordnung der Krypto-Besteuerung an Verbände verschickt. Wie wir über den Zeitplan des Ministeriums berichteten, endet die Stellungnahmefrist am 6. Oktober. Die Befassung des Bundeskabinetts ist für den 14. Oktober vorgesehen.
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Nach den berichteten Entwurfsplänen soll die Steuerfreiheit nach einem Jahr für ab 2027 neu erworbene Kryptowerte entfallen. Eine beschlossene Gesetzesänderung ist das bislang nicht. Auch die vorgesehene Kabinettbefassung bedeutet noch keine gesicherte Zustimmung der Bundesregierung.
Dazwischen liegt ein wichtiger Termin für die Gegner der Reform: Am 12. Oktober um 12 Uhr berät der Petitionsausschuss öffentlich über den Erhalt der Haltefrist. Die Sitzungsankündigung des Bundestages bestätigt den Termin. Alle Einzelheiten zur Teilnahme und Übertragung stehen in unserem Bericht über die Anhörung.
XRP: Evernorth peilt Nasdaq-Start an, Ripple gewinnt CSD BR
Im XRP-Ökosystem fiel eine wichtige Entscheidung für Evernorth. Die Aktionäre von Armada Acquisition Corp. II stimmten am 30. September dem Zusammenschluss zu. Evernorth plant den Abschluss für den 7. Oktober und den Handelsstart unter dem Kürzel XRPN für den folgenden Tag. Die angekündigten Nasdaq-Termine stehen weiterhin unter Abschlussbedingungen und dem Vorbehalt der Börsenzulassung.
Zum Abschluss erwartet das Unternehmen einen Bestand von rund 473 Millionen XRP. Diese Zahl umfasst auch eingebrachte Token und lässt sich deshalb nicht mit einem zusätzlichen Kauf von 473 Millionen XRP am freien Markt gleichsetzen.
Parallel kündigten Ripple und CSD BR die Spiegelung von BTG-Pactual-Fondsanteilen auf dem XRP Ledger an. Laut Ripple bleiben die CSD-BR-Systeme rechtlich maßgeblich, während die Blockchain eine zusätzliche Prüf- und Registrierungsebene bietet. Die mehr als 22 Billionen Real an registrierten Vermögenswerten beschreiben die Größenordnung von CSD BR, nicht das Volumen bereits auf den XRPL übertragener Anlagen.
Cardano: RealFi startet im Mainnet
RealFi meldete am 1. Oktober den Start auf dem Cardano-Mainnet. Das Protokoll verbindet Stablecoins mit Erträgen aus realen Finanzanlagen und arbeitet unter anderem mit SundaeSwap, Lace und Liqwid zusammen.
Im Mittelpunkt stehen USDrf und die ertragsorientierte Position sUSDrf. Letztere trägt innerhalb der Struktur Verluste zuerst. Charles Hoskinsons Ziel von einer Milliarde Dollar gebundenem Kapital innerhalb von zwölf Monaten bleibt eine Prognose. Die Details erläutert unser Artikel zum RealFi-Start. Für deutsche Leser relevant: Laut offizieller Mitteilung sind die beiden Token für Personen in der EU nicht verfügbar.
IOTA: Erste Perpetual-Trades und neue Fragen zu Namibia
Bei IOTA wurden erstmals konkrete Handelsaktivitäten einer noch nicht öffentlich vorgestellten Perpetual-Börse sichtbar. Nach unserer On-Chain-Auswertung fand der erste nachvollziehbare Mainnet-Trade am 28. September statt. Am Mittwoch erreichte das erfasste Handelsvolumen bis zum Auswertungszeitpunkt rund 285.000 USDT.
Die Aktivität konzentrierte sich allerdings auf wenige Konten. Der Betreiber blieb unbekannt und der Zugang war auf freigeschaltete Adressen beschränkt. Die Daten sprechen daher für einen frühen Betrieb beziehungsweise interne Tests, nicht bereits für eine breit genutzte öffentliche Börse.
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Daneben rückte Namibias Vorbereitung auf das AfCFTA-Digitalhandelsprotokoll in den Blick. Die Arbeiten sind für IOTAs Afrika-Strategie interessant. Ein Beitritt Namibias zur ADAPT-Initiative oder ein konkreter TWIN-Pilot wurde damit aber nicht angekündigt.
Hyperliquid erschließt zusätzliche Mittel für HYPE-Rückkäufe
Hyperliquid stand wegen einer zusätzlichen Einnahmequelle für seinen Assistance Fund im Fokus. Über das AQAv2-Modell sollen Stablecoin-Anbieter ungefähr 90 Prozent ihrer um Kosten bereinigten Reserveerträge auf den betreffenden Bestand mit dem Protokoll teilen.
Für den 3. Oktober wurde die erste entsprechende Zahlung aus USDC-Erträgen erwartet. Die Mittel sollen zusätzliche HYPE-Rückkäufe ermöglichen. Die in unserem Bericht genannten jährlichen Einnahmeschätzungen sind jedoch keine feste Zusage. Sie hängen von den Stablecoin-Beständen und dem Zinsniveau ab.
VeChain und Monero melden Fortschritte
Die VeChain Foundation meldete 15,5 Milliarden über StarGate gebundene VET. Gleichzeitig lag der Token im Kursstand unseres Donnerstagsberichts rund 34 Prozent über seinem Niveau einen Monat zuvor. Der Staking-Zuwachs bei VeChain betrifft die Bindung von Token und die Absicherung des Netzwerks. Aus ihm allein lässt sich kein entsprechender Anstieg der wirtschaftlichen Netzwerknutzung ableiten.
Bei Monero ging es um die Vorbereitung des Privacy-Upgrades FCMP++. Magic Grants berichtete über drei unabhängige Prüfungen und einen maschinengeprüften Beweis für einen zentralen mathematischen Baustein. Das erhöht die Absicherung dieses Bestandteils, ist aber kein vollständiger Sicherheitsbeweis für das gesamte Upgrade. Unser Bericht zum FCMP++-Meilenstein ordnet den Fortschritt ein.
Für die kommende Woche stehen damit bereits konkrete Termine fest: die Stellungnahmefrist zur Krypto-Steuerreform am 6. Oktober sowie Evernorths angestrebter Abschluss und Börsenstart am 7. und 8. Oktober. Am Markt bleibt entscheidend, ob Bitcoin den Widerstand um 87.000 Dollar dauerhaft überwinden kann und die ETF-Nachfrage wieder an Breite gewinnt.












