Namibia arbeitet an den nationalen Voraussetzungen für die Umsetzung des AfCFTA-Protokolls für den digitalen Handel. In Windhoek prüfen Vertreter aus Politik, Regulierungsbehörden und Wirtschaft eine Bestandsaufnahme des rechtlichen und institutionellen Rahmens. Die Entwicklungen deuten darauf hin, dass Namibia das nächste Land sein könnte, welche das IOTA-basierte ADAPT einführt.
Namibia bereitet nationalen Aktionsplan vor
Das Sekretariat der afrikanischen Freihandelszone AfCFTA berichtete am 1. Oktober über die Arbeiten. Im Mittelpunkt steht die Prüfung und Validierung von Namibias „Digital Trade Regulatory Assessment“. Dabei wird untersucht, inwieweit die bestehenden Gesetze, regulatorischen Vorgaben und Institutionen den Anforderungen des Digitalhandelsprotokolls entsprechen. Das Sekretariat erklärte auf X:
„Namibia treibt die nationale Umsetzung des AfCFTA-Protokolls über digitalen Handel voran. Die validierte Bestandsaufnahme wird in einen nationalen Aktionsplan für den digitalen Handel einfließen. Dabei werden vorrangige Maßnahmen identifiziert, um Harmonisierungslücken zu schließen, den Rahmen für den digitalen Handel in Namibia zu stärken sowie die nationale Umsetzung und Implementierung des Protokolls zu unterstützen. Die Maßnahme ist Teil der umfassenderen Unterstützung des AfCFTA-Sekretariats für die Vertragsstaaten.“

Das Sekretariat ordnet die Arbeiten als Teil seiner technischen Unterstützung für Vertragsstaaten ein. Andere Staaten werden ermutigt, vergleichbare Unterstützung formell zu beantragen.
Die belegbare Verbindung zu IOTA führt über ADAPT
IOTA ist über eine eigenständige Initiative mit der Digitalisierung des afrikanischen Handels verbunden. Im November 2025 stellte die Foundation ADAPT vor, die „Africa Digital Access and Public Infrastructure for Trade“-Initiative. Sie wird vom AfCFTA-Sekretariat geführt und gemeinsam mit der IOTA Foundation, dem World Economic Forum und dem Tony Blair Institute for Global Change entwickelt.
ADAPT soll digitale Identitäten, den grenzüberschreitenden Datenaustausch und interoperable Zahlungssysteme miteinander verbinden. IOTA hat die Rolle als Technologiepartner, der den Aufbau und die Integration der Infrastruktur auf dem IOTA-Netzwerk unterstützt.
Bereits im Juni 2025 erklärte IOTA zur Zusammenarbeit mit dem Tony Blair Institute, dass das Handelssystem TWIN die Umsetzung der AfCFTA und ihres neuen Digitalhandelsprotokolls unterstützen wird.
Damit besteht ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Namibias regulatorischen Arbeiten und IOTA. Wichtig zu betonen ist jedoch, dass IOTA in der gestrigen Ankündigung nicht explizit erwähnt wird.
Erste ADAPT-Länder sind Kenia, Marokko und Nigeria
Für die bisherige Umsetzung von ADAPT liegen offizielle Informationen vor. Im Mai 2026 nannte IOTA Kenia, Marokko und Nigeria als erste Umsetzungsländer. Die Auswahl berücksichtigte unter anderem politische Unterstützung, regulatorische Voraussetzungen, den Entwicklungsstand der digitalen Infrastruktur und die Beteiligung der Privatwirtschaft.
Die Umsetzung baut laut IOTA-Stiftung auf TWIN auf. Im Mittelpunkt stehen der grenzüberschreitende Datenaustausch und die Digitalisierung von Handelsdokumenten. Zudem sollen die Pilotländer regulatorische Rahmenbedingungen für digitale Währungen einschließlich Stablecoins testen.
Im Quartalsbericht zum zweiten Quartal bestätigte IOTA den laufenden Aufbau der Initiative. Namibia wird in diesen Mitteilungen aber nicht als eines der ersten ADAPT-Länder genannt.
Auch der aktuelle AfCFTA-Beitrag kündigt weder einen ADAPT-Beitritt noch einen TWIN-Piloten an.
Für IOTA lässt sich der Namibia-Vorstoß daher als möglicher Schritt im regulatorischen Umfeld seiner Afrika-Strategie einordnen. Ob Namibia eines der nächsten Länder wird, das ADAPT implementieren wird, bleibt abzuwarten.












