• IOTA konzentriert sich nach der Umstrukturierung vollständig auf TWIN und treibt das Handelsnetzwerk technisch weiter voran.
  • TWIN wächst durch neue Projekte in Afrika und Großbritannien sowie steigende Entwickleraktivität weiter.

Die IOTA-Stiftung hat ihren Bericht für das zweite Quartal 2026 veröffentlicht und deutliche Fortschritte beim Ausbau von TWIN vermeldet. Im Mittelpunkt standen die Aktivierung des Starfish-Konsenses, die Handelsprojekte in Afrika und Großbritannien sowie eine stärkere organisatorische Ausrichtung auf institutionelle Anwendungen.

IOTA fokussiert sich auf TWIN

Nach Angaben der Stiftung wurden die Entwicklungs-, Forschungs-, Design- und Produktteams enger zusammengeführt. Wie zuletzt von Mitbegründer Dominik Schiener angekündigt, will sich die IOTA-Stiftung nach einer organisatorischen Umstrukturierung samt Entlassungen stärker auf TWIN konzentrieren, anstatt weiterhin mehrere voneinander getrennte Initiativen zu verfolgen. In dem Quartalsbericht heißt es:

„Die Foundation konzentriert sich vollständig darauf, TWIN zu unterstützen und zu skalieren. Indem wir uns von isolierten, universell ausgerichteten Blockchain-Entwicklungslinien lösen, bündeln wir unsere Kompetenzen beim Aufbau eines widerstandsfähigen, regelkonformen und produktionsreifen Netzwerks für die Weltwirtschaft.“

Den wichtigsten technischen Meilenstein markierte die Aktivierung des Starfish-Konsensprotokolls am 23. April. Das Upgrade soll die Stabilität des IOTA-Mainnets unter realen Netzwerkbedingungen verbessern und den kontinuierlichen Betrieb auch bei eingeschränkter Konnektivität gewährleisten.

Parallel dazu schloss das Team Protocol Version 29 ab. Die Version enthält zusätzliche Sicherheitsmechanismen für Smart Contracts. Zudem wurde die Kernentwicklung von Starfish-Speed abgeschlossen, womit die Latenzzeiten reduziert werden sollen.

Fortschritte meldete IOTA auch beim Transaktionsfluss P-COOL. Der Ansatz soll eine höhere Performance bei etwa der Hälfte des bislang benötigten Ressourcenaufwands ermöglichen. Der Bericht führt dazu aus:

„Das zweite Quartal war erfolgreich darin, IOTA leistungsfähiger für Entwickler und zugleich günstiger für Betreiber zu machen. Unsere Speicheroptimierungen haben den aktiven Datenbestand eines Nodes in Testumgebungen um etwa ein Drittel reduziert und damit die langfristigen Infrastruktur- und Wartungskosten deutlich gesenkt.“

TWIN expandiert in Afrika und Großbritannien

Auf Anwendungsebene konzentrierte sich die Foundation vor allem auf die Handelsinfrastruktur. Gemeinsam mit TradeMark Africa arbeitete das Team an einem Geschäfts- und Gebührenmodell für den Einsatz in Kenia.

Zudem hat die Umsetzung der ADAPT-Initiative im zweiten Quartal begonnen. Das gemeinsam mit dem AfCFTA-Sekretariat, dem Tony Blair Institute for Global Change und dem World Economic Forum entwickelte Projekt soll digitale Identitäten, Datenaustausch und digitale Zahlungen zunächst in Kenia, Nigeria und Marokko ermöglichen.

„Die Umsetzung der ADAPT-Initiative ist offiziell angelaufen. Das Programm wurde zudem dem zentralen Koordinierungsausschuss Nigerias vorgestellt, während gleichzeitig Gespräche mit der Internationalen Handelskammer über die Gestaltung einer Sandbox vorankamen.“

Bei der Trade Logistics Information Pipeline (TLIP) erreichte Version 1.3.9 laut Bericht eine Erfolgsquote von 95 Prozent über alle aktiven Testprofile hinweg. Zudem seien Dokumentenkanäle zwischen Behörden in Kenia erfolgreich von Node zu Node getestet worden.

In Großbritannien erhielt TWIN fünf wichtige Unterstützer für eine Absichtserklärung zum International Supply Network. Weitere Integrationen mit Hafenbehörden, Spediteuren und Handelsorganisationen befinden sich in Vorbereitung.

Wie wir berichteten, hat die TWIN Foundation jüngst bekannt gegeben, dass bis 2030 über 30 Länder live gehen sollen. In Argentinien wurde die IOTA-Technologie in einem staatlichen Projekt für Transplantationen implementiert.

npm-Downloads deuten auf mehr Entwickleraktivität bei TWIN hin

Auch abseits der offiziellen Länderprojekte gibt es Hinweise darauf, dass TWIN mehr Aufmerksamkeit erhält. Auf der Paketplattform npm wurden zentrale Bausteine des Frameworks zuletzt deutlich häufiger abgerufen.

Das Basispaket @twin.org/core erreicht aktuell 18.222 Installationen innerhalb von sieben Tagen. Das IOTA-spezifische Modul @twin.org/dlt-iota, das die Verbindung zur IOTA-Technologie herstellt, kommt auf 3.711 wöchentliche Installationen.

Aktuelle npm-Downloadzahlen des IOTA-Pakets für die TWIN-Integration
Die Statistik zeigt die aktuellen npm-Downloadzahlen des IOTA-Pakets, das für die TWIN-Integration genutzt wird.
https://www.npmjs.com/package/@twin.org/dlt-iota?activeTab=versions

Diese Werte sind kein direkter Nachweis für aktive Nutzer oder Unternehmen im Produktivbetrieb. Sie zeigen jedoch, wie häufig die technischen Komponenten von TWIN in Entwicklungs-, Test- oder Build-Umgebungen installiert werden.

Für ein spezialisiertes Framework im Bereich digitaler Handelsinfrastruktur ist das aktuelle Niveau dennoch bemerkenswert. Es deutet darauf hin, dass TWIN nicht nur strategisch ausgebaut wird, sondern auch in der technischen Praxis zunehmend Beachtung findet.