Black-Swan-Events sind in der Geschichte von Bitcoin bereits mehrfach vorgekommen. Dazu zählen der Zusammenbruch der japanischen Krypto-Börse Mt. Gox und einige Jahre später das abrupte Ende der von Sam Bankman-Fried betriebenen Börse FTX.

Ein weiteres potenzielles Black-Swan-Event sehen Analysten in einer möglichen Gefährdung des größten Stablecoin-Emittenten der Welt – Tether. Um dieser Hypothese jedoch den Wind aus den Segeln zu nehmen, hat Tether jetzt erstmals einen offiziellen Audit vorgelegt.

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KPMG prüft Transaktionen und Goldreserven

KPMG U.S. prüfte Tether für das Geschäftsjahr 2025 und erteilte ein uneingeschränktes Prüfungsurteil. Demnach wurden Finanzlage, Ergebnisse und Cashflows nach US-GAAP korrekt dargestellt.

Zum Jahresende lagen Tethers Reserven 6,814 Milliarden Dollar über den Verbindlichkeiten. Anders als bei den bisherigen vierteljährlichen Attestierungen prüfte KPMG auch Transaktionen, Bewertungen, Gegenparteien, Eigentumsnachweise und interne Systeme.

Auch die Goldreserven wurden physisch kontrolliert. KPMG-Mitarbeiter zählten und inspizierten jeden einzelnen von Tether gehaltenen Goldbarren. Tether-CEO Paolo Ardoino zeigt sich zufrieden und sieht die finanzielle Stabilität des Unternehmens bestätigt:

“KPMG hat eine umfassende und gründliche Prüfung gemäß den AICPA-Standards durchgeführt und dabei die Vermögenswerte, Transaktionen, Systeme, Unterlagen und sonstigen Belege, die unseren Jahresabschluss untermauern, geprüft. Das Ergebnis ist ein uneingeschränkter Bestätigungsvermerk; mit anderen Worten bedeutet dies, dass Tether einen einwandfreien Prüfungsbericht vorweisen kann.”

Wachsende Unternehmensgröße bringt größere Transparenzpflichten mit sich

Der Schritt beendet zumindest formal eine jahrelange Phase, in der Tether zwar regelmäßig Reserveberichte veröffentlichte, einen vollständigen Audit aber wiederholt nicht umgesetzt hatte.

Tether besitzt mit einer Marktkapitalisierung von 183 Milliarden USD einen beträchtlichen Anteil von mehr als 8 % an der Gesamtmarktkapitalisierung des Kryptomarktes von 2,16 Billionen USD.

Würde Tether in finanzielle Schwierigkeiten geraten und die 1:1-Bindung an den USD verlieren, könnte dies ein weiteres Black-Swan-Event mit unvorhersehbarem Ausmaß nach sich ziehen.

In der Vergangenheit gab es bereits ähnliche Situationen. Der vom Unternehmen Circle ausgegebene Stablecoin USDC erlitt einen solchen Schockmoment.

Nach dem Zusammenbruch der Silicon Valley Bank im März 2023 wurde bekannt, dass Circle rund 3,3 Milliarden US-Dollar seiner USDC-Reserven bei dem Institut hielt.

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Die daraus entstandene Unsicherheit über die kurzfristige Verfügbarkeit dieser Mittel setzte die Dollarbindung des Stablecoins erheblich unter Druck. USDC fiel zeitweise auf rund 0,87 US-Dollar.

Erst nachdem die US-Behörden den vollständigen Zugang zu den Einlagen bei der Bank zugesichert hatten, näherte sich der Kurs wieder der Parität zum US-Dollar.

Zwar bleibt auch nach diesem Audit ein Restrisiko für den Kryptomarkt bestehen. Die umfassendere Prüfung erhöht jedoch die Transparenz gegenüber Behörden, institutionellen Investoren und anderen Marktteilnehmern.