Deepr Finance stellt sein Lending-Protokoll auf der IOTA EVM ein. Auslöser sind die geringe Nutzung und das bevorstehende Ende der bisherigen Pyth-Infrastruktur.
Deepr Finance gab die Entscheidung am Donnerstag via X und Discord bekannt. Das Team könne den sicheren Betrieb seiner Kreditmärkte ohne die bisherige Oracle-Infrastruktur nicht mehr gewährleisten:
„Nach sorgfältiger Abwägung haben wir die schwierige Entscheidung getroffen, den Prozess zur Einstellung des Deepr-Finance-Protokolls einzuleiten. Diese Entscheidung haben wir uns nicht leicht gemacht. Aufgrund einer anhaltend geringen Protokollaktivität und der bevorstehenden Einstellung von Pyth Network – unserer primären Oracle-Infrastruktur – auf der IOTA EVM können wir den sicheren und optimalen Betrieb der Kreditmärkte nicht länger garantieren.“
Für ein Lending-Protokoll sind verlässliche On-Chain-Preise zwingend notwendig, um Besicherungsquoten zu berechnen und Liquidationen auszulösen. Ohne aktive Oracle-Unterstützung bezeichnet Deepr die Einstellung deshalb als „einzig verantwortungsvollen Weg“.
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Die Ankündigung folgt nur gut zwei Wochen nach einer vermeintlich positiven Pyth-News von IOTA. Wie wir berichteten, teilte die IOTA-Stiftung Ende Juli mit, dass IOTA L1 an Pyth Pro angebunden wird. Das neue Angebot umfasst mehr als 3.000 Datenfeeds und verspricht geringere Latenzen sowie eine höhere Zuverlässigkeit.
IOTA erklärte jedoch auch, dass Pyth seine bisherige Pythnet-Infrastruktur aufgibt. Entwickler müssen demnach bis zum 18. August vom kostenlosen, dezentralen Pyth-Dienst auf eine abonnementbasierte kommerzielle Infrastruktur wechseln.
Die öffentliche Preisliste von Pyth nennt 500 US-Dollar pro Monat für ein Starter-Paket mit Krypto-Daten und API-Zugriff. Pyth Pro beginnt bei 2.500 US-Dollar monatlich. Der kostenlose Tarif bietet zwar Zugriff auf die Daten im Pyth Terminal, umfasst jedoch keine API-Berechtigung. Welche Konditionen für Deepr konkret gegolten hätten, ist nicht bekannt.
IOTA-Nutzer haben bis zum 15. Oktober Zeit
Deepr Finance will sein Frontend und die Off-Chain-Dienste am 15. Oktober 2026 abschalten. Nutzer sollen zuvor offene Kredite zurückzahlen und bereitgestellte Assets abziehen.
„Eure Gelder sind sicher: Als dezentrales Protokoll bleiben eure Assets vollständig unter eurer Kontrolle. Die Smart Contracts sind unveränderlich und werden dauerhaft on-chain erreichbar bleiben. Wir empfehlen allen Nutzern dringend, ausstehende Kredite zurückzuzahlen und sämtliche bereitgestellten Assets vor dem 15. Oktober 2026 über das Frontend abzuheben.“
Danach bleiben Abhebungen durch eine direkte Interaktion mit den Smart Contracts möglich, setzen jedoch technisches Wissen voraus.
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Deepr nennt die neuen Oracle-Kosten nicht ausdrücklich als Schließungsgrund. Die Kombination aus geringer Nutzung, laufenden Abonnementkosten und dem technischen Aufwand einer Migration legt jedoch nahe, dass sich der Weiterbetrieb wirtschaftlich nicht mehr gerechnet hätte.
Für die IOTA EVM ist das ein harter Schlag. Laut DefiLlama lagen zuletzt rund 217.600 US-Dollar in Deepr, davon etwa 211.600 US-Dollar beziehungsweise 97 Prozent auf der IOTA EVM. Bei einem IOTA-EVM-TVL von rund 714.000 US-Dollar kontrollierte Deepr knapp 30 Prozent des DeFi-Kapitals und war hinter MagicSea das zweitgrößte Protokoll sowie mit Abstand der größte Lending-Markt des Netzwerks.
Aktiven Krediten von lediglich rund 43.700 US-Dollar standen in den vergangenen 30 Tagen etwa 352 US-Dollar an Zinseinnahmen und knapp 73 US-Dollar Protokollumsatz gegenüber. Für den globalen DeFi-Markt war Deepr damit unbedeutend, innerhalb des sehr kleinen IOTA-EVM-Ökosystems hinterlässt die Schließung aber eine große Lücke.













