IOTA hat seinen zertifikatslosen Transaktionsfluss P-COOL erstmals still und leise auf einem öffentlichen Netzwerk aktiviert. Seit dem 3. August läuft P-COOL im Devnet und soll dort beweisen, dass es den versprochenen Leistungsgewinn bringt.

IOTA schaltet P-COOL mit Protokollversion 32 frei

Die Aktivierung erfolgte ohne gesonderte Ankündigung der IOTA-Stiftung. Dokumentiert ist sie in den Release-Notes zu v1.29.0-beta, die Protokollversion 32 in das Devnet implementierten:

„Dieser Release führt Protokollversion 32 ein. Im Devnet kann diese Protokollversion frühestens ab dem 3. August 2026 um 11:26 Uhr UTC – dem Beginn von Epoche 154 – aktiviert werden. Der P-COOL-Transaktionsfluss ist im Devnet ab Protokollversion 32 aktiviert.“

Der zugrunde liegende Code wurde bereits am 31. Juli in das IOTA-Repository integriert. Aus dem zugehörigen Github Pull Request geht ausdrücklich hervor, dass P-COOL mit Version 32 nur im Devnet und in lokalen Netzwerken aktiviert wird.

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P-COOL steht für „Post-Consensus Owned-Object Locking“. Im bisherigen Ablauf müssen Transaktionen vor dem Konsens von mehreren Validatoren bestätigt und zu einem separaten Zertifikat zusammengeführt werden. Erst danach gelangen sie in die endgültige Reihenfolge.

P-COOL überspringt diese vorgelagerte Zertifizierung und Sperrung der betroffenen Objekte. Transaktionen werden direkt über den Konsens geordnet; mögliche Konflikte löst das Protokoll anschließend deterministisch über persistente Sperren.

„Zertifikatslos“ bedeutet dabei nicht, dass Nutzer ihre Transaktionen nicht mehr signieren, sondern dass kein zusätzliches Validatorenzertifikat vor der Konsensaufnahme erforderlich ist.

Bereits im Q2-Bericht hatte die IOTA Stiftung den Schritt auf öffentliche Netzwerke angekündigt:

„Parallel dazu hat die Implementierung unseres zertifikatslosen Transaktionsflusses P-COOL bedeutende Meilensteine erreicht und gezeigt, dass das Netzwerk bei höherer Leistung mit der Hälfte des herkömmlichen Ressourcenbedarfs auskommt. Die letzten verbleibenden Aufgaben werden abgeschlossen, bevor P-COOL getestet und auf die öffentlichen Netzwerke gebracht wird.“

Öffentliche Benchmarkdaten, mit denen sich die behauptete Halbierung überprüfen lässt, veröffentlichte die IOTA-Stiftung bislang nicht. Die Devnet-Aktivierung ist somit der Beginn des entscheidenden Praxistests.

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Am 5. August gelangte Version 32 mit dem Release v1.29.0-rc in das Testnet. Die Aktivierung war dort ab 19:23 Uhr UTC zum Beginn von Epoche 626 möglich. P-COOL wurde dabei jedoch nicht freigeschaltet.

Stattdessen aktiviert Version 32 im Testnet unter anderem die Commit-Regel StarfishSpeed. Zusätzlich sank der standardmäßige Starfish-Timeout von 100 auf fünf Millisekunden, sodass Validatoren schneller einen neuen Vorschlag abgeben können, wenn Stimmen für den vorherigen Leader ausbleiben.

Das Mainnet läuft weiterhin mit v1.28.3 und Protokollversion 31. Einen Termin für P-COOL auf dem Mainnet gibt es nicht. Wie wir berichteten, führte die IOTA Stiftung erst Ende Juli die Protokollversion 31 im Mainnet ein.

Das Update behob einen potenziell folgenschweren Fehler bei der Auswahl des Validator-Komitees. Zudem verbessert es die Skalierbarkeit sowie den Ressourcenverbrauch von Full Nodes.