CEOs von Kryptobörsen sowie prominente Personen mit bekanntermaßen großem Krypto-Vermögen geraten in Frankreich zunehmend ins Visier von Kriminellen. Berichte über Überfälle häufen sich verstärkt in den letzten zwölf Monaten. Jetzt hat es eine Familie mit Kindern hart getroffen.
Familie mit Kindern wird gefoltert
Eine Familie mit zwei kleinen Kindern ist in ihrem Haus im nordfranzösischen Vendin-le-Vieil überfallen und mehrere Stunden festgehalten worden. Die Polizei geht von einem gezielten Angriff aus, dessen Ziel der Diebstahl von Kryptowährungen wie Bitcoin gewesen sein soll.
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Laut Angaben von BFMTV drangen in der Nacht zum Sonntag vier Personen in das Einfamilienhaus im Département Pas-de-Calais ein. Im Gebäude befanden sich zum Tatzeitpunkt die Eltern sowie ihre acht und zwölf Jahre alten Kinder.
Nach aktuellen Angaben der Polizei sollen alle Familienmitglieder gefesselt worden sein. Der Vater der Familie arbeitet im Kryptosektor und wurde während des Überfalls körperlich angegriffen. Auch seine Tochter wurde verletzt. Sie soll mit einem Autoschlüssel ins Gesicht geschlagen worden sein.
Die Polizei führt weiter aus, dass sich die Angreifer Zugang zu Wallets verschaffen wollten. Detaillierte Angaben dazu, welche Kryptowährungen oder Wallets gestohlen werden sollten, wurden bislang nicht veröffentlicht.
Auch die Höhe des finanziellen Schadens ist bislang nicht bekannt. Damit bleibt offen, ob die Täter tatsächlich Zugriff auf Private Keys, Zugangsdaten oder andere Vermögenswerte erhielten.
Dem Vater gelang es am Sonntag gegen 8 Uhr, die Rettungskräfte sowie die Polizei zu verständigen. Die vier Täter sind weiterhin auf der Flucht.
Wrench-Attacks häufen sich weltweit
Eine Wrench Attack ist ein physischer Angriff auf eine Person, um sie zur Herausgabe von Zugangsdaten zu Kryptowährungen zu zwingen.
Wie wir bereits berichteten, wurden vor zwei Monaten zwei Krypto-Millionäre aus Großbritannien gefoltert. Die Täter versuchten, ihnen die Private Keys zu entlocken. Dort griff die Polizei in letzter Sekunde ein.
Laut dem Cybersecurity-Unternehmen CertiK wurden im ersten Halbjahr 2026 weltweit mehr als 50 bestätigte körperliche Angriffe auf Besitzer von Kryptowährungen verübt. Mehr als die Hälfte davon, 33 Angriffe, trugen sich in Frankreich zu.
Laut CertiK wurden die Opfer dabei über einen längeren Zeitraum beobachtet und anschließend gezielt aufgesucht und angegriffen. Dies ist unter anderem auch auf die vermehrt auftretenden Datenlecks bei großen Börsen und Zahlungsdienstleistern zurückzuführen.
Erst vor wenigen Tagen wurden Daten von mehr als 600 Revolut-Kunden während eines Hackerangriffs gestohlen. Die Betrüger forderten zunächst 3 Millionen USD in Bitcoin und nach ausbleibender Kooperation erneut 3 Millionen USD, dieses Mal jedoch in Monero.
Beim zweitgrößten europäischen Hardware-Wallet-Hersteller Trezor wurden beim Zulieferer ShipMonk Daten von insgesamt 80.689 Kunden geleakt. Darüber hinaus wurden beim E-Mail-Dienstleister Brevo, der von BitBox und Trezor genutzt wird, insgesamt 347.149 Marketing-E-Mail-Adressen gestohlen.
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Aufgrund dieser Entwicklungen ist es empfehlenswert, niemandem von seinem Krypto-Vermögen zu erzählen oder es öffentlich beziehungsweise in sozialen Netzwerken preiszugeben. Nachfolgend haben wir einige Tipps zusammengestellt, um dein Krypto-Vermögen gegen Online-Angriffe zu schützen:
- Nutze für größere Beträge eine Hardware-Wallet. Private Keys sollten möglichst nie dauerhaft auf einem internetverbundenen Gerät liegen.
- Bewahre deine Seed Phrase ausschließlich offline auf. Keine Fotos, Screenshots, Cloud-Backups, E-Mails oder Notizen auf dem Smartphone. Wer die Seed Phrase besitzt, kontrolliert die Wallet.
- Aktiviere starke Zwei-Faktor-Authentifizierung. Für Börsen und wichtige Konten sind Hardware-Sicherheitsschlüssel wie FIDO2/WebAuthn besser als SMS-Codes.
- Verwende für Krypto ein separates E-Mail-Konto. Nutze ein einzigartiges, langes Passwort und verwende diese Adresse nicht für Foren, Newsletter oder öffentliche Profile.
- Prüfe Links und Wallet-Signaturen genau. Phishing-Seiten können echte Börsen und DeFi-Plattformen nahezu perfekt kopieren. Öffne wichtige Dienste möglichst über gespeicherte Bookmarks.
- Trenne langfristige Bestände von Alltags-Wallets. Eine Cold Wallet für größere Beträge und eine separate Hot Wallet für DeFi, NFTs oder kleinere Transaktionen reduziert das Risiko.
- Halte Betriebssystem, Browser und Wallet-Software aktuell. Sicherheitsupdates schließen bekannte Schwachstellen. Installiere Wallet-Software und Firmware nur aus offiziellen Quellen.
- Kontrolliere Smart-Contract-Berechtigungen. Unbegrenzte Token-Freigaben können problematisch werden, wenn ein Protokoll oder Smart Contract kompromittiert wird. Nicht mehr benötigte Berechtigungen sollten widerrufen werden.
- Nutze bei großen Vermögen zusätzliche Schutzmechanismen. Multisig-Wallets können verlangen, dass mehrere unabhängige Schlüssel eine Transaktion bestätigen. Dadurch reicht der Diebstahl eines einzelnen Schlüssels nicht aus.
- Sichere Backups geografisch getrennt und teste deinen Wiederherstellungsprozess. Ein Backup hilft wenig, wenn es unlesbar, verloren oder unvollständig ist. Gleichzeitig sollten Seed Phrase und zugehörige Zusatzinformationen nicht gemeinsam auffindbar sein.












