Zwei französische Krypto-Millionäre sind laut Angaben der Daily Mail 52 Stunden lang von einer Gruppe von Entführern festgehalten, geschlagen und gefoltert worden. Die Männer überlebten die Tat. Sechs Personen wurden inzwischen wegen ihrer Beteiligung an der Entführung und Erpressung verurteilt.

Der Fall wurde Anfang August 2026 öffentlich bekannt. Wann genau die Entführung stattfand, geht aus den bislang zugänglichen Angaben nicht eindeutig hervor. Bekannt ist jedoch, dass die beiden Franzosen nach London gereist waren und im Osten der britischen Hauptstadt in die Gewalt der Täter gerieten.

Die Gruppe hatte es offenbar gezielt auf das digitale Vermögen der Männer abgesehen. Während ihrer Gefangenschaft sollen die Opfer gefesselt, geschlagen und mit Verbrennungen misshandelt worden sein. Teilweise mussten sie sich dem Bericht zufolge vollständig entkleiden. Die Täter setzten die Gewalt offenbar ein, um Zugang zu Geräten, Konten und Wallets zu erhalten.

Unter dem Druck der Entführer überwies eines der Opfer Kryptowährungen im Wert von rund 30.000 Dollar. Die Transaktion dürfte direkt von einem Smartphone oder einem anderen persönlichen Gerät aus freigegeben worden sein. Anders als bei einer Banküberweisung lässt sich eine bestätigte Krypto-Zahlung in der Regel nicht einfach zurückrufen.

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Mit der ersten Überweisung war die Forderung der Gruppe jedoch nicht erfüllt. Insgesamt verlangten die Täter 150.000 Dollar. Sie versuchten offenbar, an weitere Wallets, Zugangsdaten und Vermögenswerte zu gelangen. Mehr als zwei Tage lang hielten sie die Männer fest und erhöhten dabei den Druck.

Solche Angriffe folgen häufig einem ähnlichen Muster. Zunächst versuchen die Täter herauszufinden, welche Geräte und Konten sofort erreichbar sind. Danach verlangen sie Passwörter, Wiederherstellungsphrasen oder die direkte Freigabe weiterer Transaktionen. Wer allein über seine Wallet verfügt, kann unter Zwang sämtliche Bestände übertragen.

Polizeijagd beendet die Entführung

Die Befreiung gelang erst nach einer Verfolgungsjagd mit der Polizei. Die Verdächtigen flüchteten mit hoher Geschwindigkeit, bevor Beamte eingreifen und den noch festgehaltenen Mann aus ihrer Gewalt befreien konnten. Weitere Einzelheiten zu möglichen Verletzungen und zum genauen Ablauf des Zugriffs wurden zunächst nur begrenzt bekannt.

Sechs Beteiligte wurden später wegen ihrer Rolle bei der Tat verurteilt. Die Zahl der Verurteilten deutet darauf hin, dass mehrere Personen an der Bewachung der Opfer, den Geldforderungen und der anschließenden Flucht beteiligt waren.

Der Fall zeigt eine Schwachstelle, die mit technischen Sicherheitsmaßnahmen allein kaum zu lösen ist. Viele Anleger schützen ihre Coins mit Hardware-Wallets, langen Passwörtern oder mehreren Signaturen. Diese Methoden erschweren digitale Angriffe erheblich. Gegen einen Täter, der den Besitzer persönlich bedroht, helfen sie jedoch nur begrenzt.

Sicherheitsexperten sprechen bei solchen Taten von sogenannten Wrench Attacks. Dabei versuchen Kriminelle nicht, eine Blockchain oder eine Wallet technisch zu knacken. Stattdessen greifen sie den Menschen an, der Zugriff auf die Vermögenswerte besitzt. Das Ziel bleibt dasselbe, der Weg dorthin ist jedoch wesentlich direkter.

Für die Täter kann ein solcher Überfall einfacher sein als ein komplexer Hackerangriff. Sie benötigen keine unbekannte Sicherheitslücke und müssen keine Verschlüsselung überwinden. Es reicht, wenn sie wissen, wer größere Kryptobestände besitzt, wo sich die Person aufhält und wie sie erreichbar ist.

Frankreich verzeichnet besonders viele Angriffe

Derartige Fälle treten inzwischen häufiger auf. Der Sicherheitsdienstleister CertiK registrierte im ersten Halbjahr 2026 weltweit 52 bestätigte körperliche Angriffe auf Besitzer von Kryptowährungen. Davon ereigneten sich 33 in Frankreich. Im ersten Halbjahr 2025 waren dort noch zehn Fälle gezählt worden.

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Mehrere Unternehmer, Investoren und Angehörige von Personen aus der Kryptobranche wurden in Frankreich bereits entführt, bedroht oder über längere Zeit beobachtet. Öffentlich sichtbarer Wohlstand kann dabei ebenso eine Rolle spielen wie Beiträge in sozialen Netzwerken, Unternehmensdaten oder geleakte Kundendaten.

Für mögliche Täter entsteht daraus ein recht genaues Bild. Name, Wohnort, Arbeitsplatz, Reiseverhalten und vermutete Kryptobestände lassen sich unter Umständen miteinander verbinden. Wer seine Vermögenslage öffentlich zeigt, macht sich dadurch leichter identifizierbar.

Kryptotransaktionen lassen sich auf der Blockchain zwar nachverfolgen, meist aber nicht rückgängig machen. Verteilen Täter die Coins auf mehrere Adressen oder verschieben sie über verschiedene Dienste und Netzwerke, beginnt für Ermittler ein Wettlauf gegen die Zeit.