H&M testet nach Angaben von VWT-Generalsekretär Mikael Lind den Virtual Watch Tower mit realen Warenlieferungen aus Bangladesch nach Schweden. Als gemeinsame Datengrundlage dient dabei das auf IOTA-Technologie aufbauende Trade Worldwide Information Network, kurz TWIN. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob sich Lieferungen dadurch früher und zuverlässiger beurteilen lassen.
H&M erprobt VWT mit realen Lieferungen
Lind berichtet in seinem LinkedIn-Beitrag über den Start eines Piloten mit H&M Trade & Customs in Schweden. Er umfasst eingehende Sendungen aus Bangladesch an schwedische Distributionszentren. Die neue Lösung läuft parallel zu den bisherigen Arbeitsabläufen, um ihren zusätzlichen Nutzen zu untersuchen.
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Geprüft werden soll, ob eine gemeinsame Datenbasis ein früheres, vollständigeres und besser nutzbares Bild einer Sendung liefert. Zugleich sollen Informationslücken sichtbar werden. Lind bezeichnet diesen Schritt als operative Validierung mit realen Nutzern und realen Lieferungen.
Zur technischen Grundlage schreibt er:
„VWTnet, angetrieben von TWIN, stellt die gemeinsame, an den Transportverläufen orientierte Informationsgrundlage bereit.“
Adnavem stellt zunächst die operative Benutzeroberfläche bereit. Transporeon, Dania Connect AB und STREVIO steuern ergänzende Transportinformationen, Beobachtungen aus dem Betrieb und Analysen bei. Das schwedische Forschungsinstitut RISE begleitet die systematische Erfassung und Auswertung der Ergebnisse.
Die Beteiligten wollen klein anfangen und die Lösung anhand der praktischen Erfahrungen weiterentwickeln. Wenn zusätzliche Herausforderungen bei den eingehenden H&M-Lieferungen auftreten, können weitere Datenquellen, Funktionen und Dienstleister eingebunden werden.
Wie IOTA mit dem H&M-Piloten verbunden ist
Lind nennt in der Pilotankündigung TWIN, erwähnt IOTA jedoch nicht ausdrücklich. Der technische Zusammenhang ist durch andere Primärquellen dokumentiert. Die IOTA Foundation beschreibt TWIN in ihrer Vorstellung der Handelsinfrastruktur als offene Technologie für den Datenaustausch im internationalen Handel, die IOTAs Distributed-Ledger-Technologie integriert. VWT führt sie ausdrücklich als eines der Anwendungsprojekte auf.
Dabei werden der Austausch geschäftlicher Daten und deren überprüfbare Absicherung miteinander verbunden. Laut IOTA-Dokumentation können Teilnehmer Informationen kontrolliert teilen, während Ereignisse und Integritätsnachweise auf dem Ledger dokumentiert werden. Daraus folgt jedoch nicht, dass sämtliche H&M-Frachtdaten öffentlich auf der Blockchain liegen.
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Auch organisatorisch bestehen Verbindungen. Wie wir bereits über das neue VWT-Lenkungsgremium berichteten, gehören ihm Mårten Sondell von H&M Group und Jens Munch Lund-Nielsen an. Die von Lind veröffentlichte Mitgliederliste führt Lund-Nielsen mit der Zugehörigkeit zur IOTA Foundation und TWIN Foundation auf.
Was der Pilot für IOTA bedeutet
Die Meldung dokumentiert einen konkreten Praxistest innerhalb des TWIN-Ökosystems. Einen konzernweiten Einsatz bei H&M oder den Abschluss der Pilotphase belegt sie nicht. VWT war bereits zuvor mit realen Sendungen erprobt worden. Der bei der schwedischen Innovationsagentur Vinnova veröffentlichte Projektabschlussbericht nennt mehrere Piloten mit insgesamt mehr als 500 Sendungen.
Der aktuelle Test soll Erkenntnisse für Anwendungen über H&M hinaus liefern. Lind zufolge wollen die Beteiligten untersuchen, wie ein von Verladern getragener, gemeinschaftlicher Ansatz eine bessere Informationsgrundlage für mehrere Unternehmen schaffen kann. Umfang und Zeitpunkt einer solchen Ausweitung bleiben offen.
Welches zusätzliche On-Chain-Volumen der H&M-Pilot erzeugt, lässt sich aus den vorliegenden Angaben nicht ableiten. Auch ein eigener Tokenkauf durch H&M ist daraus nicht abzuleiten. Die IOTA Foundation erläutert, dass TWIN-Knoten über eine Gas Station Transaktionsgebühren für Nutzer übernehmen können.












