Ein von der japanischen Stadt Iizuka unterstütztes Projekt hat IOTA-basierte digitale Nachweise in einem kommunalen Katastrophenschutzszenario erprobt. Der Abschlussbericht zeigt eine mehr als halbierte Anmeldezeit in einer simulierten Notunterkunft.
IOTA verbindet Vorsorge mit Identitätsprüfung
Shibuya Web3 University, Kangaeru Bosai und Turing Japan führten das Projekt von Dezember 2025 bis März 2026 in der Präfektur Fukuoka durch. Den 42-seitigen Abschlussbericht reichten sie am 27. Juli bei Iizuka ein.
Laut den Projektpartnern war es Japans erster von einer Kommune begleiteter Blockchain-Test mit DID und Verifiable Credentials (VC) im Katastrophenschutz. Die Stadt leistete organisatorische Unterstützung; Fördergeld erhielt das Projekt nicht.
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Über Turing Certs wurden Verifiable Credentials auf dem öffentlichen IOTA-Netzwerk ausgestellt. Das Konzept „One VC, Two Values“ sah vor, denselben Nachweis im Alltag als Beleg für absolvierte Katastrophenschutzbildung und im Ernstfall zur Identitätsprüfung beim Betreten einer Notunterkunft zu verwenden.
Für den ersten Test am 23. Dezember wurden 30 IOTA-basierte Nachweise ausgegeben. 27 Personen nahmen anschließend an einem Rollenspiel als Evakuierte teil. Die handschriftliche Anmeldung dauerte durchschnittlich 151,06 Sekunden, die DID/VC-Prüfung dagegen 68,96 Sekunden.
Davon entfielen lediglich 24,11 Sekunden auf die Authentifizierung. Die Anzeige des Nachweises und die Suche nach der E-Mail auf dem Smartphone beanspruchten zusammen 44,85 Sekunden.
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Zur Prüfung genügte aufseiten der Notunterkunft ein Smartphone mit Kamera und Webbrowser. Eine spezielle App war nicht erforderlich. Die Echtheit des per QR-Code vorgelegten Nachweises ließ sich unmittelbar über die IOTA-Blockchain kontrollieren.
IOTA tritt gegen Toshibas Konsortium-Blockchain an
IOTA war nicht die einzige getestete Blockchain. Während die ereignisbezogenen Nachweise und die Zertifikate eines achtwöchigen Katastrophenschutzquiz auf IOTA liefen, setzte das dritte Modell Toshibas DNCWARE Blockchain+ ein.
Beim zweiten Test am 20. März legten drei Absolventen des Quiz ihre IOTA-basierten Zertifikate vor; fünf weitere Teilnehmer nutzten Toshibas Konsortium-Blockchain. Beide Systeme funktionierten im selben Anwendungsszenario. Der Bericht weist jedoch für diesen Vergleich keinen Testsieger aus.
Ein grundlegendes Problem des Pilotprojekts war die fehlende Verbindung zu kommunalen Systemen und Verwaltungsregistern. Ohne sie beschleunigt DID/VC lediglich den Eingang, ermöglicht aber keine durchgängige Erfassung oder spätere Prüfung des Aufenthaltsorts. Japans My-Number-Karte erfüllt dieselben Aufgaben bereits, weshalb die Autoren eine geringe Erfolgschance sehen.
Als mögliche nächste Anwendungsfelder nennt der Bericht die Identifikation ausländischer Besucher, Nachweise für Katastrophenhelfer, individuelle Evakuierungspläne und die Verifizierung autorisierter Dienstleister. Ein produktiver Rollout ist bislang aber nicht angekündigt.
Wie wir berichteten, kommt die IOTA-basierte Plattform Turing Certs in Japan auch bei den Mathematikprüfungen des Verbands SUKEN zum Einsatz, für die im September und Oktober insgesamt 45.700 Anmeldungen erwartet werden.












