Bitcoin konnte sowohl das Scheitern des Clarity Act als auch die Zinserhöhung der Fed am Mittwoch überraschend gut verkraften. Der Bitcoin Kurs kletterte von knapp 77.000 USD am 18.09.2026 auf mehr als 81.000 USD zum Redaktionszeitpunkt.

Trotz einer weiteren Eskalation im Mittleren Osten und einer weltweit bevorstehenden Ölknappheit konnte BTC erneut kräftig steigen. Auch Bloomberg-Analyst Eric Balchunas zeigt sich zunehmend optimistisch und führt in einem neuen Gespräch mit Bitcoin Magazine aus, dass sowohl für Bitcoin als auch für den Kryptomarkt starkes Kurspotenzial besteht.

Bloomberg-Analyst sieht Bitcoin-ETFs langfristig bei dreifachem Gold-Volumen

Laut Balchunas könnten Bitcoin-ETFs deutlich größer werden als ihre Pendants auf Gold. Bei einer weiterhin fortschreitenden Adoption und einer gut umgesetzten staatlichen Bitcoin-Reserve in den USA hält er ein Verhältnis von 3:1 (Bitcoin:Gold) für realistisch:

“Ich glaube, dass das passieren wird. Wenn jüngere Anleger mehr Vermögen aufbauen und mit Bitcoin als ihrem sogenannten Wertspeicher aufwachsen, denke ich, dass Bitcoin-ETFs beim Vermögen irgendwann das Dreifache von Gold erreichen werden.”

Wenngleich es keine Garantie für diese bullische Projektion gibt, zeigen vergangene Zahlen, dass dieser Vergleich nicht völlig aus der Luft gegriffen ist. Bitcoin-ETFs erreichten nach 18 Monaten ein Volumen von 100 Milliarden USD. Gold-ETFs benötigten dafür laut Aussage von Balchunas insgesamt acht Jahre.

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Vor allem BlackRocks Bitcoin ETF IBIT konnte in kurzer Zeit großes Kapital anziehen: Laut Balchunas durchbrach der Fonds die Marken von 50, 60 und 70 Milliarden Dollar schneller als jeder andere jemals in der Finanzgeschichte gestartete ETF und zählt damit zu den erfolgreichsten ETF-Starts der Welt:

“Die ersten 18 Monate dieser ETFs waren mit nichts vergleichbar, was wir zuvor gesehen haben. Selbst nachdem das verwaltete Vermögen wieder zurückgegangen ist, bleibt IBIT der schnellste ETF, der jemals 60 Milliarden Dollar erreicht hat.”

Gold hat im Vergleich zu Bitcoin jedoch einen immensen Vorteil: eine Historie, die Jahrzehnte und Weltkriege überdauerte. Darüber hinaus sind die Schwankungen deutlich geringer und das Vertrauen von Regierungen und Zentralbanken weltweit ist größer.

Der Analyst erklärt weiter, dass kapitalstarke institutionelle Anleger derzeit weiterhin Gold als Wertspeicher bevorzugen. Entscheidend sei deshalb weniger die reine Nachfrage nach Bitcoin, sondern vielmehr, wie sich dessen Verhalten im Portfolio verändert:

“Das Hauptproblem, das Anleger in Umfragen immer wieder mit Bitcoin nennen, ist die Volatilität. Wenn diese Volatilität weiter zurückgeht und auch die Korrelation sinkt, kommen wir näher an Gold heran. Dann könnte der Punkt kommen, an dem auch sehr große Institutionen sagen: Jetzt können wir das als verlässlicheren Wertspeicher oder als Alternative einsetzen.”

Genau an dieser Stelle sieht Balchunas weiteres Wachstumspotenzial für Bitcoin: Pensionsfonds, Stiftungen, Banken, Family Offices und Vermögensberater zählen bereits zu den Bitcoin-ETF-Haltern. Bei Finanzberatern liegt der Anteil an den institutionell gemeldeten Beständen jedoch vorerst bei 20 bis 25%. Gold-ETFs können in diesem Bereich hingegen 40% oder mehr erreichen:

“Ich denke, Bitcoin wird ebenfalls 40 Prozent erreichen. Das ist deshalb wichtig, weil diese Berater enorme Vermögen verwalten und ETFs ihr bevorzugtes Vehikel sind.”

Gold bleibt vorerst bevorzugter institutioneller Wertspeicher

Auch wenn Balchunas eine bullische Zukunft für Bitcoin prophezeit, muss das Vertrauen sowohl der Institutionen als auch der normalen Anleger weiter steigen:

“Ich sage immer: Bitcoin ist wie Gold als Teenager. Gold ist 5.000 Jahre alt, Bitcoin ist 17. Wer Teenager kennt, weiß, dass sie volatil sein können. Aber sie werden älter.”

In den nächsten Monaten und Jahren muss Bitcoin seinen eigenen Zyklus und seine Dynamik fortsetzen, sodass die Adoption und das grundsätzliche Vertrauen weiter steigen können:

“Je mehr Bitcoin seinen eigenen Takt entwickelt, desto wertvoller wird es für die größten Anleger. Genau das macht Gold heute für Portfolios so interessant.”

Ein weiterer institutioneller Katalysator für Bitcoin könnte der Start der Bitcoin-Reserve in den USA werden. Wie wir bereits berichteten, finden derzeit Gespräche zwischen Coinbase und mehr als 150 beteiligten US-Behörden statt, um den zuletzt weitergereichten BTC-Reserve-Gesetzentwurf H.R. 8957 weiter voranzutreiben.

Der Gesetzentwurf soll dabei eine derzeit bestehende Schwachstelle im US-Gesetz schließen. Die strategische Bitcoin-Reserve basiert derzeit lediglich auf einer Executive Order von Donald Trump und könnte von einer zukünftigen Regierung vergleichsweise einfach wieder aufgehoben werden.

Deswegen muss der Entwurf in geltendes Gesetz gegossen werden, bevor eine neue Regierung an die Macht kommt. Der jetzige Entwurf soll die Bitcoin-Reserven gesetzlich verankern und eine Mindesthaltedauer von 20 Jahren sowie regelmäßige Proof-of-Reserve-Berichte vorschreiben.

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Coinbase ist als potenzieller Kandidat im Gespräch, um diese Bestände zu verwalten. Die Börse verwahrt bereits seit 2024 von der Regierung beschlagnahmte Kryptowährungen für die Bundespolizei und führt in den letzten Tagen intensive Gespräche mit dem Finanz- und Handelsministerium über die weitere Ausgestaltung der Bitcoin-Reserve.

Du kannst das vollständige Interview hier ansehen: